Nächste Veranstaltungen

Keine Veranstaltungen gefunden

Aktuelle Empfehlungen

Der Spielbetrieb bleibt weiter ausgesetzt.
Über das Frühjahrsopen ist noch nicht abschließend entschieden. Klicke oben auf die Verlautbarung unseres Vereinsvorsitzenden.
Frühjahrsopen: Die erste Runde ist gespielt!
Die Ergebnisse findet man unter Turniere > Frühjahrsopen > Frühjahrsopen 2020.

Vereinsabend

Immer mittwochs und freitags in der Begegnungsstätte Altwarmbüchen,
An der Riehe 32, 30916 Isernhagen.
Ab 16:30 Uhr für Kinder und Jugendliche, ab 18 Uhr für Erwachsene. Wir freuen uns auf euch!

Mit Christian und Robert (A-Gruppe), Holger (B-Gruppe) sowie Joachim und Hannes (C-Gruppe) machten sich 5 Schach-Drachen kurz nach dem Jahreswechsel auf den Weg nach Verden zur Landeseinzelmeisterschaft.

Mit Andreas Szymanski und Charlotte Loßin waren auch noch zwei ehemalige Schach-Drachen am Start (beide B-Gruppe).

Robert hatte schon am Neujahrsabend für Furore bei der Schnellschachmeisterschaft gesorgt (siehe weiter unten Anmerkungen von Frank).

Wir anderen trafen am 02. Januar pünktlich zur Anmeldung ein uns waren guten Mutes unseren Verein würdig zu vertreten.

Wichtig bei einem solchen Turnier ist ein guter Start, um erst mal „rein zu finden“ in eine solche Meisterschaft.

Tag 1:

Bis auf Joachim konnten wir die erste Runde positiv gestalten und erste Punkte sammeln. Christian war nicht ganz zufrieden mit seinem Remis, für mich war das gleiche Ergebnis gegen einen stärkeren Gegner aber OK.

Hannes und Robert holten volle Punkte und fanden gut rein.

Am Nachmittag gab es dann für alle den ganzen Punkt, nur Robert hatte gegen Lucas Kiesel (1977) das Nachsehen.

Unterm Strich war Hannes mit 2 Punkten der erfolgreichste, hatte allerdings auch 2 Gegner, die er schlagen musste. Christian hatte mit 1,5 Punkten gegen Spieler aus dem 1800-er Bereich auch sein Soll erfüllt.

Ich war mehr als zufrieden mit meinen 1,5 Punkten – ein Start nach Maß.

Joachim hatte mal wieder das Schicksal, fast ausnahmslos gegen Jugendliche antreten zu müssen, die i.d.R. meist unterbewertet zu so einem Turnier anreisen. Immer eine schwere Aufgabe, wie wir alle wissen. Ein Punkt nach Tag 1 war etwas zu wenig, aber wir hatten ja noch 5 Partien vor uns. Auch Robert haderte etwas mit seiner Leistung, aber auch hier war ein Punkt OK.

Tag 2:

Christian bekam es morgens mit Siegfried Gottschalk (1962) zu tun und musste mit einem Remis zufrieden sein. Im C-Turnier lösten Hannes und Joachim ihre Aufgaben.

Ich spielte gegen Lara Kiesel, die sich in letzter Zeit stark verbessert hatte. Ich hatte am Vorabend noch recherchiert, mit welchen Eröffnungen ich zu rechnen hatte und versuchte mich erstmals überhaupt mit Skandinavisch. In einer Nebenvariante gab ich Lara schon früh etwas zum Nachdenken, aber sie fand stets gute Züge. Im Mittelspiel schob sie ihren isolierten d-Bauern weiter vor und stand schon auf der 6. Reihe. Ich versuchte ein taktisches Motiv, was prompt gelang und zu einem Leichtfigurengewinn führte. Trotzdem war der Gewinnweg wegen des d-Bauern nicht leicht. Ich suchte nach einer optimalen Figurenaufstellung, um diesen endlich zu beseitigen. Nach weiteren eineinhalb Stunden hatte ich es endlich geschafft. Der d-Bauer fiel und das Endspiel war gewonnen.

Wow, 2,5/3 war für mich ein starkes Ergebnis.

Robert unterlag gegen Wilken Brunner (1965) und war nicht wirklich zufrieden.

Am Nachmittag verlor er noch gegen Martin Ploog (2018)und stand somit bei 1/4. Zuwenig, wie er sich eingestehen musste. da hatte er sich doch weit mehr erhofft.

Christian remisierte wiederum und stand nun bei 2,5/4.

Hannes hatte morgens gegen Norbert Nüsken gewonnen und war gegen Tizian von Knobloch nun richtig gefordert. Ich stimmte ihn noch mal ein, dass er sich ruhig Zeit lassen soll, er folgte meiner Empfehlung allerdings nicht.

So konnte man eher von einer Blitzpartie sprechen, die Hannes schließlich verlor. Schade, aber trotzdem immer noch 3/4.

Joachim gewann auch seine zweite Partie an diesem Tag und stand ebenfalls bei 3/4.

Ich spielte nachmittags gegen den Topgesetzten des B-Opens Stephan Kobs (1883). Eine Herkules-Aufgabe, denn Kobs spielte fehlerfrei und ich war nicht mehr weit davon entfernt aufzugeben. Ich gab einen Läufer für 2 Bauern und etwas Gegenspiel, aber ich ahnte Böses. Kobs wollte jetzt den vollen Punkt und gab mir einen weiteren Bauern für noch mehr Initiative.

Dann wickelte er ins Endspiel ab und ich bekam noch einen vierten Bauern. Da auch sein König relativ offen stand, sah ich wieder Licht am Horizont. Kobs holte sich mit Schachgeboten einen Bauern zurück, aber ich sah, dass es wohl kein Matt werden würde. Ich bot Remis, da er schon unter Zeitdruck stand. Er lehnte ab und suchte weiter nach Gewinnwegen. Doch 3 Züge später gab er mir die Hand, da er das Brett unter Zeitdruck nicht mehr berechnen konnte. Dauerschachmotive meinerseits und die 3 Mehrbauern führten zum Remis – allerdings sah die „Maschine“ Kobs immer noch bei +3. Aber das in Zeitnot zu erfassen ist unmenschlich.

Ich freute mich diebisch, damit hatte ich nun beim besten Willen nicht gerechnet. 3/4 und immer noch ungeschlagen, ich war von mir selbst überrascht. Bis dahin eine Leistung jenseits der 1900 – unglaublich.

 Tag 3:

Joachim, Hannes und ich waren durchaus noch im Rennen um die begehrten Preise bzw. Rating-Preise.

Doch es wurde kein so schöner Samstag für uns.

Ich hatte weiter Gegner jenseits der 1700-er Marke und verlor beide Partien. Gerade die zweite Partie war bitter, da ich von meinem 15-jährigen Gegner einfach nur „geschreddert“ wurde – sprich, ich hatte null Gegenspiel und wurde am Königsflügel auseinander genommen. Schade, meine schöne Ausgangslage war dahin, aber selbst mit 3/6 war ich DWZ-mäßig immer noch gut im Plus.

Hannes gewann zwar vormittags gegen Tom Moeller (1290), musste aber nachmittags ebenfalls seine Hoffnungen begraben, nach einer (wiederum sehr schnellen) Niederlage gegen David Zgonc (1402).

Joachim startete mit einem Remis, verlor aber am Nachmittag gegen Leonhard Hornstein (1254).

Christian bekam erstmals einen Gegner in etwa auf Augenhöhe und musste seine erste Niederlage einstecken. Nachmittags allerdings demonstrierte er sein Können, als er Jeremy Thomas (1790) zeigte, wie man ein Springerendspiel gewinnt. Ich konnte seine Partie lange verfolgen und mich von Christians hervorragender Technik überzeugen.

Robert bekam zwei Gegner aus dem 1800-Bereich und zeigte mit 1,5 Punkten endlich was er drauf hat. Klasse Robert.

So lagen wir nach Tag 3 allesamt jenseits von gut und böse.

Tag 4:

Wir nahmen uns vor, am letzten Tag einfach nochmal „Schach“ zu spielen. keiner konnte mehr ins Rennen um die Preise eingreifen und somit konnten wir befreit aufspielen.

Christian fand mit einem Sieg gegen Oliver Lebiedz (1987) einen versöhnlichen Abschied und ging mit 4,5 Punkten aus dem Turnier. Auffällig war bei ihm, dass er alle Partien gegen DWZ-Schwächere gespielt hat. Trotzdem ein gutes Ende, welches Christian selbst auch so einschätzte. „Ich habe in 7 Partien keine großen Fehler gemacht und bei der einzigen Niederlage war mein Gegner einfach besser“.

Auch Robert gewann seine letzte Partie und landete bei 50%, was ihm immerhin noch einen DWZ-Zuwachs erbrachte. Nach zunächst 1/4 ebenfalls noch ein super Ergebnis.

Hannes hatte mit Jule Wolterink (1446) noch mal eine richtig starke Gegnerin und verlor. Trotzdem eine tolle Leistung mit 4/7. Für sein erstes großes Turnier richtig stark. Wenn er noch lernt, dass man bei solchen Turnieren nicht in den „Blitz-Modus“ verfallen sollte, hat er eine große Zukunft.

Joachims Niederlage war etwas kurios, da er mitten in der Partie einem befreundeten Schachspieler Starthilfe gab. Seine Mehrqualität + Bauer verspielte er dann, da seine Konzentration auf dieses Match nach seiner Rückkehr dahin war.

Ich selbst hatte mit Horst Nordhorn einen sehr erfahrenen Spieler als Gegner, gegen den ich schon vor 2 Jahren gespielt hatte. Nordhorn konnte ich nicht überraschen, das wusste ich. Also schaute ich mir seine Eröffnung an und beschloss (erstmals seit Jahren!) lang zu rochieren und volle Pulle auf seinen kurz rochierten König zu spielen.

Kein Theorie- oder Eröffnungsgefecht, sondern gleich „ran an Speck“.

Schnell kam ich voran und positionierte einen Springer auf g5, der allerdings vom h-Bauern genommen werden konnte. Mein Opferangebot lehnte Nordhorn über mehrere Züge ab – es schien also berechtigt. Ich versuchte die Stellung weiter zu verbessern und holte noch meinen zweiten Springer dazu. Meine Türme standen bereits auf h- und g8.

Nun ging es ans rechnen, da Nordhorn einen Generalabtausch anvisierte.

Er wählte dabei allerdings die „falsche“ Reihenfolge, so dass ich mit einem Freibauern auf der h-Linie verblieb.

Das entstandene Endspiel war für mich einfacher zu spielen, da ich diesen Bauern in eine Mehrqualität verwandelte. Mit Turm gegen Springer war es dann doch nicht ganz leicht, aber ich fand schließlich den Gewinnweg und Nordhorn gab auf. 4/7 – ich musste mir doch noch mal die Augen reiben.

Es verblieb ein satter DWZ-Gewinn von + 51.

Auch Hannes legte um 54 Punkte zu und selbst Robert, der oft mit sich haderte, gewann 34 Punkte.

Christian blieb nahezu unverändert – nur Joachim ging mit einigen Miesen nach Haus.

Wir hatten dennoch einen Riesenspaß in Verden und haben einige tolle Partien gespielt oder auch an den über 100 anderen Tischen gesehen.

Noch ein kurzes Wort zu den „ehemaligen“ Drachen:

Sowohl Andreas als auch Charlotte waren nicht ganz zufrieden, da sie an DWZ einbüßten. Doch das verdarb Ihnen nicht die Laune und wir schauten zusammen schon wieder nach vorne.

Auf ein Neues in 2021 mit noch mehr Schach-Drachen !

Holger

Nun noch einige Anmerkungen von Frank:

Ein Grund für Holgers erfolgreiches Auftreten war sein mutiges Spiel während des Turniers. Das zeigte sich besonders in der letzten Runde mit Schwarz gegen Horst Nordhorn vom SK Verden (s. o. Holgers Bericht).

 In dieser Stellung hatte Weiß soeben mit 21.h3 den Springer befragt. Holger ließ ihn kaltschnäuzig stehen und spielte 21.-e5xf4. (Besser ist allerdings 21.-h4xg3 mit großem Vorteil.) Weiß traute sich an den Springer aber nicht heran und spielte 22.gxf4. Dies war das erste von mehreren Malen, wo der Springer "zum Verkauf" angeboten wurde. - Und jedes Mal war die Opferannahme zumindest spielbar. Zwischenzeitlich durfte auch der andere schwarze Springer mal nach g4: Springer 1 zog sich nach h6 zurück (nach Lh6-f8) und Springer 2 suchte dann das Opferfeld auf (Sd7-f6-g4). G4 wurde zu einem tabuisierten Feld. Wie konnte es dazu kommen? Vielleicht so: Weiß denkt, wenn Schwarz den Springer opfert, wird er sich was dabei gedacht haben. Schwarz denkt: Weiß nimmt den Springer nicht. Dann ist das Opfer wohl korrekt.

Stellung nach 27.Taf1

 27.-Kb7-c6! Zum fünften und letzten Mal bietet Schwarz den Springer an, wieder lehnt Weiß ab. Doch auch hier hätte Weiß das Opfer noch annehmen können, inzwischen allerdings mit unklarer Stellung: 28.hxg4 fxg4 29.c4 g3. Stattdessen zog Weiß 28.Sxf5 und Schwarz antwortete mit einer präzisen Abtauschfolge: 28.-Sxh2! 29.Sxh6 Txg1! 30.Txg1 Lxh6 31.Kxh2 Lxf4+.

Stellung nach 41.Ke3. Hier fand Schwarz eine sichere Abwicklung in ein Turm-Spinger Endspiel:

41.-h4-h3!

42. Txg3 h2 43.Th3 h1=D 44.Txh1 Txh1 und Schwarz gewann.

Aus Schach-Drachen-Sicht gab es eine Sensation im Schnellturnier der Niedersächsischen- Schnellschachmeisterschaften:

Robert Elsner spielte fantastisch und erzielte das drittbeste Ratingergebnis aller Teilnehmer. Er remisierte gegen einen IM und besiegte den späteren Niedersachsen-Meister Tobias Voege. Dabei reden wir hier nicht von „Kindergeburtstag“. Vielmehr war die halbe niedersächsische Elite angetreten: 2 internationale Meister, 4 nationale Meister und insgesamt ein gutes Dutzend Teilnehmer mit einer DWZ über 2100. Glückwunsch, Robert!

http://nsv-online.de/turniere/lem2020/?show=spieler&ak=Schnellschach&name=Elsner,Robert#menu

 

Im Meisterturnier war kein Schach-Drache vertreten. Hier verdient aber ein Spieler besondere Erwähnung: David Riemay (SVG Salzgitter) spielte mutiges Schach, suchte stets nach kreativen Lösungen und fand diese auch. Seine famose Leistung krönte er in der letzten Runde als Schwarzer gegen Rudi Hoerstmann:

 

Stellung nach 1. Db1-d3. Was soll Schwarz mit seinem Springer auf c4 machen?

David Riemay ließ den Springer wo er war und fand 1.- Tf2xb2!!
Nun scheiterte die Partiefortsetzung 2. Dxc4 an De5!. (Möglich war noch 2.a3 mit Vorteil für Schwarz) Einen besseren Turnier-Abschluss kann man sich als Schachspieler nicht wünschen! David Riemay wurde Zweiter hinter Tobias Voege.

(FG)