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Immer mittwochs und freitags in der Begegnungsstätte Altwarmbüchen, an der Riehe 32, 30916 Isernhagen.
Ab 16:30 Uhr für Kinder und Jugendliche, ab 18 Uhr für Erwachsene. Wir freuen uns auf euch!

Bericht von Holger Ernst

9 Schach-Drachen machten sich am Sonntag auf den Weg nach Berlin, um die 7. Runde des Kandidatenturniers zu verfolgen. Julian hatte sich bereits früh morgens in einen Fernbus gesetzt, Christian stieg in Stendal zu und Kevin, Andreas, Robert, Charlotte und Holger begannen ihre Reise in Altwarmbüchen.

Nach und nach trafen alle am Treffpunkt ein und wir gingen los zur Bahnstation. Nur Charlotte ließ es sich nicht nehmen den Puls der Mitreisenden gleich mal höher zu treiben, denn sie kam ungefähr eine Minute, bevor die Bahn abfuhr, mit dem Auto angesaust, parkte und kam somit „just-in-time“. Puuh, nun konnte es weiter gehen Richtung Bahnhof. Dort trafen wir Joachim und Marius, versorgten uns noch kurz für die Zugfahrt und es ging los. Holger hatte Plätze mit Tisch reserviert und so wurden schnell die ersten Blitzpartien auf den mitgebrachten Brettern ausgetragen.

In Stendal stieg dann Christian zu und konnte uns bereits erste Eindrücke vom Turnier geben, da er schon die 6. Runde besucht hatte. In Berlin-Spandau stiegen wir aus, da Christian meinte, dass es von dort aus „leichter“ wäre, die restliche Strecke zum Veranstaltungsort zu absolvieren.

Wir fuhren weiter bis zum Kuhdamm und von dort ging es erst einmal zu Fuß weiter, um noch ein bisschen „Berliner Luft“ zu schnuppern. Robert war damit zwar nicht so ganz einverstanden, aber wir folgten Christian in der Hoffnung, dass er schon den kürzesten Weg finden würde. Der kühle Ostwind machte uns ein wenig zu schaffen, aber laut Christian war es ja nur noch „ein kleiner Fußmarsch“. Eine gefühlte halbe Stunde später kamen wir endlich am Kühlhaus in Berlin an…

Schnell ein paar Fotos gemacht und rein ins Vergnügen. Nachdem wir unsere Tickets gegen weiße Bändchen eingetauscht hatten, konnten wir nun endlich den Spielsaal betreten. Obwohl das Wort „Saal“ es nicht so ganz beschreibt. Vielmehr handelte es sich um eine Halle mit mehreren Emporen drum herum, so dass man von oben auf die Spielbretter schauen konnte.

Nur die Gäste mit den goldenen Bändchen konnten direkt ebenerdig auf die Bretter schauen, wir mussten in die 2. Etage hochgehen und von dort aus zuschauen. Das war aber völlig ausreichend, da diese Position einen guten Blick auf die Bretter erlaubte. Man konnte dort den Standort so wechseln, dass jedes der vier Bretter gut zu sehen war.

Oben trafen wir auch gleich ein paar alte Bekannte. Ob Michael S. Langer, den Vorsitzenden des NSV, oder auch Familie Schulze aus Lehrte – es nutzten außer uns noch mehr Schachbegeisterte aus der Region Hannover den Sonntag zu einem Ausflug zum Kandidatenturnier.

In der 4. Etage war der Raum für die Analyse, die auch live im Internet übertragen wurde, der Bereich für die Pressekonferenz und noch einige Stände vom Schachbund oder vom Veranstalter.

Hier hatte man jederzeit auch den Überblick über das Geschehen an den 4 Brettern mittels Monitoren.

Die Partien begannen und wir schauten uns die Eröffnungen der 8 Kontrahenten an. Grischuk und Mamedyarov spielten eine Kurzpartie, da sie schon nach 16 Zügen eine Zugwiederholung auf dem Brett hatten und die Partie somit Remis gegeben wurde. Die Partie zwischen Kramnik und Ding Liren lief zwar insgesamt über 74 Züge, verließ die Remisbreite allerdings nie. Spannung pur jedoch an den beiden anderen Brettern.

Aronian war mit 2,5/6 gegen Caruana schon unter Druck und musste mit den weißen Steinen heute attackieren. Noch größer war der Druck für Karjakin, der erst 2/6 vorweisen konnte und somit gegen Wesley So ebenfalls voll auf Sieg spielen musste.

Aronian spielte im Damengambit im 16. Zug „g4“ und es ging ein Raunen durch die 4. Etage. Die Maschine sprang von 0.00 auf -1.00 und alle fragten sich, was Aronian bezweckte. Zwei Züge später unterstützte er den g-bauern noch mit „f4“ und plante wohl einen Königsangriff. Im 20. Zug spielte er auch noch „h4“. Spätestens jetzt war klar, dass es Levon heute wissen wollte. Alle seine Figuren nahmen am Angriff teil und es sah wirklich vielversprechend aus. Caruanas a-Turm und sein weißfeldriger Läufer mussten erst noch aktiviert werden und so spielte Levon „alles oder nichts“. Die Stellung wurde immer komplizierter, diverse Fesselungen und Opfer und die dahin rinnende Zeit der beiden Kontrahenten führte wirklich zu einer überaus spannenden Partie.

Im 27. Zug stand Caruana schon auf Gewinn, allerdings fand er nicht den vorteilbringenden Zug und so stand es im 31. Zug wieder 0.00.

Dann griff Aronian fehl und überzog. In starker Zeitnot vertauschte er die Züge und Caruana wickelte in ein gewonnenes Endspiel ab. Eine wirklich klasse Partie fand ihr Ende und nun mussten wir uns sputen. Unser Zug nach Hannover fuhr zwar erst in einer Stunde, allerdings mussten wir den Weg zum Berliner Hauptbahnhof ja noch zurücklegen.

Kevin war sich sicher, dass wir maximal 20 Minuten brauchen würden, allerdings hatte sich sein „Google Maps“ noch nicht aktualisiert. Wir rannten dann doch lieber zur U-Bahn, um nicht den Zug zu verpassen. Am Potsdamer Platz angekommen mussten wir eigentlich nur noch schnell umsteigen, wie sich jedoch zeigen sollte, ist der Bahnhof dort etwas größer und weitläufiger, als wir dachten.

So rannten wir treppauf treppab durch die Stationen um dann endlich nach einigen Gesprächen mit Ortskundigen und –unkundigen zum richtigen Bahnsteig zu gelangen. Joachim erwies sich dabei als mehr als fit, seine tausende von Kilometern mit dem Fahrrad zeigten hier Ihre Wirkung.

Endlich kamen wir 20 Minuten zu früh am Hauptbahnhof an. Schnell noch einen Snack geholt und ab zum Bahnsteig. Da aber alle Snack-Stationen im Bahnhof mit mindestens fünf Meter langen Schlangen versehen waren, wurden meine Nerven abermals auf die Probe gestellt.

Doch 2 Minuten vor Abfahrt waren dann alle wieder versammelt und wir nahmen unsere Plätze für die Rückfahrt ein. Hier verfolgten wir die ebenfalls spannende Partie zwischen Karjakin und Wesley So zu Ende.

Sergey hatte die aktiveren Figuren in einem Turm/Springer-Endspiel mit jeweils noch 3 Bauern. Eigentlich total Remis, doch Wesley griff im 35. Zug daneben und übersah, dass sein König mit diesem Zug seinem Turm das letzte Fluchtfeld nahm. So musste er seinen Springer geben, um nicht den Turm zu verlieren und gab wenige Züge später auf. Es wurde noch viel erzählt auf der Fahrt, ein Gruppenfoto gemacht und sogar noch eine Runde „Uno“ gespielt.

Um kurz nach zehn waren wir schließlich wieder zurück in Altwarmbüchen und unsere Wege trennten sich wieder. Ein toller Tag mit vielen Ereignissen und Geschichten neigte sich dem Ende und ich vermute, dass alle nach den vielen Treppen und Zwischensprints des Tages schnell eingeschlafen sind.

Bis zum 28.03. ist noch Zeit den Kandidaten zuzuschauen – wir können es nur empfehlen !