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Immer mittwochs und freitags in der Begegnungsstätte Altwarmbüchen, an der Riehe 32, 30916 Isernhagen.
Ab 16:30 Uhr für Kinder und Jugendliche, ab 18 Uhr für Erwachsene. Wir freuen uns auf euch!

Herausragender Erfolg für die Schach-Drachen: Mit 7 Punkten aus 9 Runden hat Robert Elsner bei den Landes-Einzel-Meisterschaften in der Altersklasse U-14 den zweiten Platz erreicht und sich damit für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert.

Frank, Julian und Marius haben Roberts Partien gebannt verfolgt und ihre Eindrücke geschildert:

 

Tag 1

von Marius

Heute startet Robert Elsner auf Norderney in seine zweite Landes-Jugend-Einzel-Meisterschaften in der Altersklasse U-14. Während Robert im letzten Jahr erst als Nachrücker zur Vermeidung eines ungeraden Teilnehmerfeldes in das Turnier rückte und dennoch das gesamte Turnier vorne mitspielte, steht das diesjährige Turnier unter anderen Vorzeichen: Roberts Freiplatzantrag wurde direkt akzeptiert und als Setzranglistenzweiter unter 18 Teilnehmern ist er von Anfang an einer der Favoriten auf den Titel und die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft, für die sich die beiden Erstplatzierten qualifizieren.

Dementsprechend spielt Robert bereits in seiner ersten Runde an einem Livebrett. Gegen Rainer Heller (DWZ: 1483) vom FC Lachendorf gewinnt Robert mit Weiß früh einen Bauern, gerät danach aber in die Defensive:

Die schwarzen Figuren wirken bedrohlich und der Springer auf g4 lässt sich wegen Th8+ nicht gut schlagen. Doch Robert hat Befreiungsschlag parat, der perfekt funktioniert: 24.Txd4! Macht das Feld g1 für den König frei und ermöglicht so das Schlagen des Springers: 24…cxd4 25.hxg4 Th8+ 26.Kg1 Dc5 27.Df2 Kg8

28. Lxe4! Sehr stark gespielt. Auf 28…fxe4 29.Ld6 verzichtet sein Gegner verständlicherweise aber auch nach dem Partiezug 28…Tf8 findet die Partie ein schnelles Ende: 29.Lxf5 De7 30.Le6+ Kg7 31.Le5+ Kg6 32.Lf5+ 1:0 Ein überzeugender Sieg zum Einstieg in das Turnier. Weiter geht es morgen um 8:00 Uhr gegen Luis Stein vom Peiner SV. Hier wird die Partie live übertragen.

 

Tag 2

von Marius

Gegen Luis Stein (DWZ 1486) vom Peiner SV läuft Roberts Eröffnung mit Schwarz ideal. In folgender Stellung ebnet sich Robert mit einem bekannten Qualitätsopfer den Weg zum weißen König:

20…Txc3! 21.bxc3 Txc3 22.Dd5 Da3+ 23.Kb1 h6 24.gxh6

Zeit für den finalen Schlag: 24…Txc2! Roberts Gegner probierte noch 25.Da8+, gibt aber auf, als er merkt, dass Robert nicht vorhat, das Schachgebot mit Lf8 abzuwehren. Der Traumstart mit zwei Siegen ist damit perfekt!

Nur wenige Stunden später wartet mit dem Setzranglistendritten Leon Niemann (DWZ 1780) vom SK Lehrte bereits die nächste Herausforderung. Der Rückenwind seines Traumstarts scheint Robert zu beflügeln, denn erneut geht er ambitioniert zu Werke:

15.c5! Das stellt Schwarz vor eine unangenehme Wahl:

a) 15…dxc5 und starkes weißes Figurenspiel zulassen, z.B. 16.dxc5 Dxd2 17.Txd2 bxc5 18.Lc6 Tf8 19.Txe7.

b) 15…bxc5 16.bxc5 und eine unangenehme Fesselung des d-Bauern zulassen.

c) Den Bauern stehenlassen und immer damit rechnen müssen, dass dieser nach c6 durchzieht.

Leon entscheidet sich für letzteres und spielt 15…a6 16.Df4 e6.

17.Se4! Nutzt eine weitere Fesselung aus. Für Schwarz gibt es nun keine Rettung mehr: 17…Sd5 18.Dxd6 f6 19.Dxb8 fxg5 20.Sd6 1:0. Ein weiterer beeindruckender Sieg!

Morgen früh geht es weiter mit dem bisherigen Höhepunkt des Turniers: Das Aufeinandertreffen der beiden derzeit besten Spieler des Turniers: Sören Evering (DWZ 1924) vom SC Papenburg spielt mit Weiß gegen Robert – Beginn ist um 8:00 Uhr. Es heißt also wieder: Den Wecker stellen und hier live mitfiebern!

 

Tag 3: Das Spitzenspiel

von Julian

In der vierten Runde stand für Robert das direkte Duell gegen den an Position 1 gesetzten Sören Evering (DWZ 1924) aus Papenburg bevor. Das Duell versprach Spannung und Schach auf hohem Niveau in einer Partie zwischen zwei aufstrebenden Schachspielern, die beide mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung deutsche Meisterschaft machen würden.

Robert spielte mit Schwarz wieder gewohnt routiniert die Eröffnung. Sein Gegenüber kannte sich auch gut aus, leistete sich aber in dieser Stellung die Ungenauigkeit 15. Lh6?. Robert nutzte das sofort aus:

 Runde 4: Evering - Elsner nach dem 15. Zug von Weiß

 

15. ... Sxe4! gewinnt einen Bauern. Nach 16. Sxe4 Txd4 hat Schwarz leichten Vorteil, muss allerdings am Königsflügel weiter sehr wachsam sein.

Robert entschied sich stattdessen für das mutige 16. ... Lxd4, in kluger Berechnung, dass 17. Lxf8 die Dame verlieren würde wegen 17. ... Db6 (droht Matt auf b2!) nebst Le3. Die Zuschauer im Live-Stream reibten sich gespannt die Augen, keinem von uns war klar, wie sich die Partie jetzt weiter entwickeln würde.

Evering entschied sich zur Fortsetzung 17. c3 und Robert zog sich wieder zurück mit 17. ... Lg7 18. Lxg7 Kxg7 19. gxh5 Lf5. Das Material war nun wieder ausgeglichen, doch Robert geriet am Königsflügel stark unter Druck:

Runde 4: Evering - Elsner nach 19. gxh5. Das Material ist ausgeglichen, doch Robert steht am Königsflügel stark unter Druck. Der beste Zug ist hier Da5. In der Partie folgte 19. ... Lf5 20. hxg6 fxg6 und dem f-Turm ist die Linie versperrt.

 

Danach machte Robert einige genaue Verteidigungszüge und konnte es schaffen, die Damen abzutauschen. Es ergab sich ein Endspiel, in dem beide Seiten ihre Schwächen hatte und für beide alles möglich war. Robert musste möglichst schnell einen Freibauern bilden und vorschieben, während Weiß versucht, die b-Bauern zu schlagen und selbst seine Bauern vorzuziehen. In folgendem Diagramm kann Schwarz mit zwei präzisen Zügen auf die Siegerstraße gelangen. Tipp: Wenn Schwarz es irgendwie gelingen würde, einen der b-Bauern zu halten, wird der g-Bauer das Rennen machen.

Runde 4: Evering - Elsner nach dem 40. Zug von Weiß. Kf5 ist hier ein sehr guter Zug. Die Pointe: Nach 41. Tb4 folgt ... e5! 42. fxe5 dxe5 43. Txb6 und nun Th7! Schwarz behält den b7 Bauern und hat nun zwei Freibauern.

 

Robert fehlte allerdings noch dieser eine Zug zur Zeitkontrolle und er wählte den natürlichen Zug 40. ... Tf2. Nach 41. Tb4 Kf5 42. Txb6 gehen nun beide b-Bauern verloren. Dennoch hat Schwarz hier noch einen guten Zug:

 Evering - Elsner, Diagramm 4 nach dem 42. Zug von Weiß.

 

Die Lösung ist 42. ... Kxf4! Nach 43. Txb7 folgt g5! 44. Txe7 g4. Der g-Bauer wird die Partie gewinnen, weil der König auch schon weit vorne ist, um ihn zu unterstüzen und gleichzeitig der weiße König abgedrängt ist. Schwierig zu sehen, dass der e7-Bauer geopfert werden muss! Spielt man stattdessen 43. ... Te2 folgt a4 und Weiß ist wieder schnell genug, um das Remis zu halten.

In der Partie spielte Robert 42. ... Txf4. Es folgte 43. Txb7 e5 44. a4. Beide Spieler kamen zur Umwandlung und die Partie endete unentschieden. Nach einer spannenden und hart umkämpften Partie ist das ein gutes und gerechtes Ergebnis für beide Spieler, die sich nun etwas absetzen konnten. Für Robert ist besonders erfreulich, dass er sich gegen den Dritt- und Viertplatzierten bereits durchsetzen konnte. Den nominell stärksten Spieler des Teilnehmerfelds mit einer DWZ >1900 hatte er am Rande der Niederlage, eine erstklassige Leistung! Morgen geht es weiter mit Weiß gegen Adrian Hoke (DWZ 1486)), wieder am Live-Brett. Wir sind gespannt!

 

Tag 4: Mit einem kühl kalkulierten Konter bleibt Robert auf Kurs.

von Frank

Robert spielte im 16. Zug Tfc1?! statt des natürlichen 16. Le3-d2.

Das bot seinem Gegenspieler Adrian Hoke vom ESV Göttingen die Gelegenheit, ordentlich Druck am Damenflügel aufzubauen. Nach 16. Tfc1 Tc3 17. De2 Dc7 18. Ld3 La3 19. Txc3 Sxc3 20. Df1 Lb2 21. Te1


hatte sich Adrian regelrecht in die weiße Damenseite hineingeschraubt. Die weiße Stellung enthält allerdings trotz des schwarzen Übergewichts auf dem Flügel versteckte Ressourcen in der Mitte und wegen des Läuferpaares.

Schwarz hatte sich soeben mit 24.- Sxa2?! auf einen Schlag zwei Freibauern verschafft. Robert behielt kühlen Kopf und nutzte mit dem kühnen 25. d5! genau das Momentum zum Gegenschlag in der Mitte. Nach 30.- Dc7-a5

folgte das energische 30. Ld7+! Kxd7 und Robert erhielt einen unwiderstehlichen Angriff mit Mattabschluss wenige Züge später. 32. Dxd3+ Ke8 33. Td1 Kf7 34. Dd7+ Kf8 35. Lc5+ Kg8 36. De6# Da auch Sören Evering seine Partie gewann, haben die beiden Spitzenreiter jetzt einen ganzen Punkt Vorsprung auf die Konkurrenz.

 

Tag 5: Achterbahnfahrt

von Marius

Gegen Paul Wusterack (DWZ 1563) vom SC Lüneburg hat Robert in der Eröffnung einen schweren Stand und muss den Verlust eines Bauers in Kauf nehmen. Ein Schlüsselmoment ist die folgende Stellung:

Mit dem aktiven 26.Td6 bewahrt sich Weiß seinen Vorteil, doch nach der Partievariante 26.Lc7?! Sd3 27.Tb1 Ta6 28.Lxd3? exd3 29.Sc1 wird er schrittweise eingeschnürt. Wenige Züge später dominieren Roberts Figuren die gesamte Stellung:

40…Txf3+! führt bereits zum sofortigen Gewinn. Die Partievariante 40…g4 41.hxg4 Lxg4 42.Lf2 ist ebenfalls gut für Schwarz, erfordert aber noch einmal eine präzise Kombination:

Robert findet die Kombination und verwertet das nach 42…Lxf3! 43.Lxe3 Lxd1 44.Lxc5 d2 resultierende Endspiel sauber zum vollen Punkt.

Kurz darauf beginnt auch schon die nächste Runde gegen Felipe Santos (DWZ 1394) vom SV Hellern. Beide Spieler beherrschen die Eröffnung exzellent und folgen bis zum 10. Zug den Spuren einer WM-Partie zwischen Garry Kasparov und Anatoly Karpov.

Während Karpov 10…Sc7 spielte, überrascht Felipe mit der gefährlichen Nebenvariante 10…Lc5. Ein Weg zu leichtem weißem Vorteil lautet nun 11.e4 Se7 12.Sxg7 Kxg7 13.b4, aber wer soll das bitte am Brett finden? Robert entscheidet sich stattdessen für 11.Lxd5, was leider schon ein ernstzunehmender Fehler ist. Das Fehlen des weißfeldrigen Läufers wiegt zu schwer, wie Felipe hervorragend unter Beweis stellt: 11…cxd5 12.Sc3 Df6! 13.Dc2 d4!

Und schon gibt es für Weiß keinen zufriedenstellenden Zug mehr:

a) 14.Se4 scheitert an 14…Dxf5

b) 14.Sd1 Dc6 15.f3 d3+ ist sicherlich auch keine Option

c) Einzig 14.Sa4 wäre noch ein Versuch wert, aber auch nur, wenn man die Computervariante 14…Dc6 15.f3 d3+ 16.Sxc5 dxc2 17.Se7+ Kh8 18.Sxc6 findet.

Robert probiert stattdessen mit 14.Dd3 im Trüben zu fischen, gibt sich aber drei Züge später geschlagen.

Eine echte Musterpartie zum Ausnutzen eines fehlenden Fianchetto-Läufers, leider zu Roberts Ungunsten. Mit einem Punkt Vorsprung auf den 3. Platz bleibt Roberts Ausgangsposition für die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft dennoch hervorragend.

 

Tag 6: Nichts ist schwerer, als eine gewonnene Partie zu gewinnen.

von Frank

Robert ging mit einem halben Punkt Rückstand auf den führenden Sören Evering in die 8. und vorletzte Runde. Nach Roberts 10.- Sd7-b6 hatte sein Gegner Antal Minkes die Gelegenheit zu einem aussichtsreichen Figurenopfer:

11. Lxg6!? Le6 12. Dc2 fxg6 13. Dxg6+ Kh8 14. Dxh6+ Kg8 15. Dg6+ Kh8 16. dxe5 dxe5 17. Se4, das er jedoch nicht wahrnahm.

13.-f5! 14. Le2 g5 15. g3 Sf6 Robert war offensichtlich bereit zu kämpfen und nicht gewillt, den Kampf um die Landesmeisterschaft der U14 vorzeitig wegzuschenken.

Nach 20. Le2-d3 folgte sehr stark 20.- Lxh3!+ 21. Kg1 Lxf1 22. Txf1 fxg3 23. fxg3. Robert steht auf Gewinn.

Am zielstrebigsten ist jetzt 23.- Dh5. Mit dem Plan Dh5-h3xg3. Z.B.:

A: 24. Se4 Sxd5! 25. cxd5 Txf3 26. Dxc7 Taf8 oder

B: 24. Lf5 Tae8 25. Le6+ Txe6! 26. dxe6 Dh3 und folgendem Dxg3. - Kompliziert!

Robert spielte stattdessen 23.- Sg4 gefolgt von 24..Te1 Df7 (Dh5!) 25. Te2 e4?! 26. Lxe4 Le5 27.Lg6 Nun geht Df7-h5 natürlich nicht mehr. Noch immer steht Robert wegen seines materiellen Übergewichts (Qualität) erheblich besser. In der Folge aber überzog Robert und stand zum Schluss sogar sehr schlecht:

33. Dxh6+ Kg8 34. S2f3 Dc1+ 35. Kg2 usw. Stattdessen einigte man sich vor dem 33. Zug von Weiß auf remis.

 

Tag 7: Happy End

von Marius

Noch einen Sieg entfernt von der Qualifikation zur deutschen Meisterschaft ist Robert vor der letzten Runde gegen Bastian Lülker (DWZ 1282) vom SC Aurich. Robert hat Weiß und zunächst sieht es nach einer ruhigen Partie aus, doch plötzlich wird es taktisch:

17…b4? 18.Sa4 Da7 19.Sb5 Robert nutzt seine Chance, eine vorteilhafte Stellung zu erreichen. 19…La6 20.Sxc5 Sxc5 21.Sxa7 Lxe2

22.Te1? das lässt Schwarz noch einmal vom Haken. Besser gewesen wäre 22.Lxc5 Lxd1 23.Txd1 und Weiß dominiert den zusätzlichen schwarzen Turm mit seinem bärenstarken Läuferpaar. 22.Te1 erlaubt hingegen, dass Schwarz mit 22…Sb3 voll im Spiel bleibt.

Doch die Turnierwoche war für alle Spieler anstrengend und so übersieht auch Roberts Gegner diese Möglichkeit. Stattdessen folgt 22…Txa7 23.Lxc5 und Schwarz gibt auf, da nun beide seine Türme und sein Läufer angegriffen sind.

Damit ist der 2. Platz perfekt, mit dem sich Robert als erster Schach-Drache für die deutschen Meisterschaft qualifiziert. Die Schach-Drachen gratulieren herzlich zu diesem tollen Erfolg!

Hier geht es zur Turnierseite mit allen Einzelergebnissen und der Abschlusstabelle.