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Niedersächsische Blitzmeisterschaft 2019: Marius Eilert mit überragender Leistung für die Norddeutsche Blitz-Meisterschaft qualifiziert

Am 01. September 2019 traten mit Marius Eilert und Julian Essmann erstmals zwei Schach-Drachen gleichzeitig bei den Landes-Blitz-Einzelmeisterschaften in Wilhelmshaven an. Marius hatte sich mit einer Platzierung unter den ersten 8 im letzten Jahr vorqualifiziert, Julian war als Fünftplatzierter bei der Bezirks-Meisterschaft nachgerückt.

So wurde das Turnier zur Schachreise, und auch Kevin Teichert schloss sich der lustigen Runde an, um einen kleinen Ausflug an den Jadebusen zu machen. Uns begrüßte noch einmal ein sehr warmer Spätsommertag, den wir zu einem Besuch im Deutschen Marinemuseum nutzten. Hier ließ sich die Geschichte der deutschen Marine bewundern, besonders spannend war die Begehung eines U-Bootes. Kurz darauf folgte dann der entspannte Teil mit einem Bad im Meer und Entspannungsphase am Strand. Noch ein gutes Abendessen und die Vorbereitung fürs Turnier war perfekt.

Mit unserer Ankunft im Spiellokal am nächsten Morgen stieg dann doch die Anspannung: Das Teilnehmerfeld bestand aus 22 Teilnehmern, davon waren 6 Spieler mit einer Wertungszahl >2100. Wir hatten gute Startlistenplätze und waren uns bewusst, dass eine Platzierung unter den ersten 8 heute mit einer guten Leistung möglich sein könnte. Klar war aber auch: Jeder der anderen Teilnehmer hatte sich bereits mit einer guten Leistung in der Vorrunde qualifiziert und es würde um jeden Punkt gekämpft werden. Wir schätzten, dass mindestens 12 Punkte her mussten, um unser Ziel einer erneuten Qualifizierung zu erreichen.

 

 

Blick in das Spiellokal des Wilhelmshavener Schachclubs

 

 

Entsprechend froh waren wir, dass wir die ersten 3 Partien alle gewinnen konnten. Mit Lucas Graf besiegte Julian sogar einen der direkten Konkurrenten um die vorderen Plätze. Dann hatte er aber leider in der wichtigen Partie gegen Jörg Witthaus von den Schachfreunden das Nachsehen. Er wurde jedoch von Marius gerächt, der sich auch im Schach-Drachen-Duell gegen Julian durchsetzte und mit 6 aus 6 (!) einen überragenden Start hinlegte.

Auch das Schach-Drachen-Duell wurde ausgekämpft – Marius behielt hier die Oberhand.

Für beide standen aber noch die Begegnungen mit den Top-Spielern aus. Hier zeigte Marius echte Klasse: Gegen Alexander Izrailev, Fabian Stotyn, Bernd Laubsch und Max Messen – allesamt mit einer Wertungszahl um 2200 - holte er allesamt halbe Punkte, nur gegen den Turniersieger Felix Hampel musste er aufgeben. Julian konnte in dieser Reihe nur einen halben Punkt gegen Stotyn erzielen – dieser sollte sich später noch als sehr wichtig herausstellen. Marius startete nun nach der Pause als Zweitplatzierter in die zweite Turnierhälfte, plötzlich war sogar noch die Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften möglich. Auch Julian hatte noch alle Chancen für das Erreichen der ersten Acht und damit die Qualifikation für die LBEM im nächsten Jahr. Leider fehlte ihm aber doch die Ausdauer, gerade in der 2. Hälfte gingen einige Partien durch unglückliche Einsteller verloren. Marius hingegen war wie beflügelt, nur noch der schnelle Dirk Schmitt konnte ihm eine zweite Niederlage beibringen. In der letzten Runde hieß es dann Stotyn (15 Punkte) gegen Eilert (15,5 Punkte), es ging um den Einzug zur Norddeutschen Meisterschaft. Der Druck war enorm, aber auch hier erspielte sich Marius zwei Mehrbauern und sicherte sich mit einem Remis und sagenhaften 16 Punkten aus 21 Partien und nur 2 Niederlagen den 3. Platz. Julian erzielte 10 Punkte aus 21 Partien und verfehlte die Qualifikation für das nächste Jahr nur um 2 Punkte. Die Norddeutsche Blitz-Meisterschaft findet im Februar statt, wir dürfen gespannt sein. 

Von wegen Abtauchen: Für Marius ging es bei der Landes-Blitz-Meisterschaft hoch hinaus.

In jedem Fall war es eine schöne Schachreise und ein guter Einstieg in die neue Saison. (J.E.)

Die Abschlusstabelle: http://nsv-online.de/wp-content/uploads/2019/09/blitzem.png 

Kuriositäten vom Langenhagener Sommeropen – Teil 2

von Marius Eilert

Ebenfalls eine Überraschung bei der Parteianalyse erlebten die beiden Spieler, die folgende Stellung produzierten:

Weiß spielte nun den Hammerzug 1.Dxc4 woraufhin Schwarz aufgab! Welche Idee steckte hinter dem Damenopfer und warum bereute der Schwarzspieler nach der Partieanalyse seine Aufgabe?

Hier geht es zur Lösung.

Kuriositäten vom Langenhagener Sommeropen – Teil 1

von Marius Eilert

In den vielen spannenden Partien des Langenhagener Sommeropens erlebten wir auch einige kuriose Stellungen, die die beteiligten Spieler sicherlich nicht so schnell vergessen werden. Eine davon stammt aus meiner Verlustpartie gegen Daniel Schulz von Hannover 96. Nachdem ich ausgangs der Eröffnung strategisch klar überspielt wurde, setzte ich meine Hoffnungen in einen Königsangriff. Schließlich stand folgende Stellung auf dem Brett, in der ich mit Schwarz am Zug war:

Nach der Partie zeigte mir mein Gegner wie ich in der Diagrammstellung das Dauerschach hätte erzwingen können. Ärgerlich, dass ich diese Chance übersehen habe, doch nachdem ich am Vortag eine unklare Stellung im 38. Zug durch Zeitüberschreitung gewonnen hatte, erschien es mir als ausgleichende Gerechtigkeit, hier einen halben Punkt liegengelassen zu haben. Als uns dann aber die Kiebitze zeigten, wie Schwarz in der Diagrammstellung sogar direkt hätte gewinnen können, waren mein Gegner und ich dann doch schockiert. Daher hier die Quizfragen:

1) Mit welchem zweitbesten Zug erzwingt Schwarz das Dauerschach?

2) Mit welchem Zug kann Schwarz sogar direkt gewinnen?

Hier geht es zur Lösung.

Robert Elsner erreicht 4 Punkte bei Deutscher Meisterschaft

Bericht über die Runden 5-9

Nach dem überragenden Start mit 3 Punkten aus 4 Partien ging es für Robert Elsner in der zweiten Turnierhälfte Schlag auf Schlag gegen superstarke Gegner weiter. In der 5. Runde zeigte Ruben Lutz (DWZ 2077) aus Dresden wie man eine strukturelle Schwäche in der gegnerischen Stellung ausnutzt:

Robert hat den Nachteil des rückständigen Bauers e6, den sich sein Gegner lehrbuchhaft zu Nutze macht: Das Feld vor dem Bauern (e5) wird mit einer Figur besetzt, sodass der Bauer auf dem Feld e6 fixiert und der Lc8 an die Verteidigung des Bauers gebunden wird. Diesen Vorteil verwertete Ruben souverän im Endspiel.

In der Nachmittagsrunde musste sich Robert mit Weiß einem starken Angriff von Jonas Gallasch (DWZ: 2089) erwehren:

Weiß hat bereits einen Bauern weniger und droht am Damenflügel überrollt zu werden. Um das zu vermeiden opferte Robert mittels 22.Le4 die Qualität – Eine gute praktische Entscheidung. 22…Sxc3 23.Lxh7+ Kf8 24.Lxc3 Lxa3 25.d5 Lh3 26.Sg6+ Kf7 27.Sf4 Te8

Auf dem ersten Blick wirkt es nicht so, als könnte der weiße Angriff die Minusqualität ausreichend kompensieren. Doch dieser Eindruck trügt, denn die Computer sehen Weiß im klaren Vorteil, z.B. mit folgenden Varianten:

a) 28.Ta2 Lc5 29.Dg6+ Kf8 30.Dh5 mit den Drohungen 31.Sg6+ Ke8 32.Se5+ sowie 31.Dxh3

b) 28.Ta2 Ld6 29.Sxh3 Dxh3 30.Txa7+

c) 28.Sxh3 Dxh3 29.d6 Dd7 30.Lxf6

Natürlich sind diese Computervarianten am Brett extrem schwierig zu finden, doch illustrieren sie gut die Komplexität der Stellung. Roberts Zug 28.Lxf6 ist ebenfalls gefährlich, objektiv steht nun jedoch wieder Schwarz besser. Sein Gegner fand alle erforderlichen Verteidigungszüge und fuhr den vollen Punkt ein.

In Runde 7 gegen Nikita Schubert (DWZ: 1883) vom ESV Gera gelang Robert mit Schwarz eigentlich eine gute Partie:

Robert hat aufgrund eines Mehrbauers die bessere Stellung, doch Schach kann manchmal grausam sein: 29…d5 30.Lc5 1:0

Die folgende Weißpartie in der 8. Runde gegen den Berliner Nico Antonio Schauties (DWZ: 1834) stand ganz im Zeichen des Läuferpaars:

Die schwarzen Läufer stehen hervorragend und die Drohung Lg5 bereitet Weiß Kopfzerbrechen. Daher probierte Robert mit 21.Lxe6+ fxe6 22.Dc4+ Gegenspiel zu kreieren. Allerdings behielt sein Gegner die Nerven und gewann die Partie.

In der Abschlussrunde spielte Robert mit Schwarz gegen den Alexandre Divry (DWZ: 1654) vom SC Neumühl und ging erstmals seit der 2. Runde wieder favorisiert in die Partie. Mit einem geradlinigen Königsangriff bescherte sich Robert einen erfolgreichen Turnierabschluss:

Weiß am Zug kann seinen wichtigen Bauern g2 nicht mehr verteildigen. Diesen Vorteil verwertete Robert sicher zum Partiegewinn.

Insgesamt erzielte Robert somit starke 4 Punkte und mit dem 31. Platz exakt seinen Setzranglistenplatz. Es hat wieder viel Spaß gemacht, das Turnier live mitzuverfolgen.

Hier könnt ihr Roberts Partien nachspielen.

Erfolgreicher Start für Robert Elsner bei der Deutschen Meisterschaft U14 in Willingen!

Bericht von Frank Gathmann über die Runden 1-4

Gleich in der ersten Runde zeigte Robert, dass mit ihm zu rechnen ist. Gegen Aik Arakelian aus NRW, DWZ 2066, kam Robert frühzeitig in Vorteil. Schwarz wollte allerdings nicht tatenlos zusehen, wie ihm zunehmend die Daumenschrauben angezogen werden und spielte mutig 8.-f7-f5?!

Nun hatte Robert die Möglichkeit, weiter auf seinen erheblichen positionellen Vorteil zu spielen. Mit 9. e4-e5. Doch Robert wählte 9.e4xf5 Sxf5!? 10.Lxf8 Dxf8 und hatte jetzt eine ganze Qualität mehr. Auch in dieser Abwicklung stand Robert erheblich besser. Doch in den darauffolgenden Verwicklungen verlor Robert etwas Übersicht und kam schließlich unter die Räder. Das kühne Spiel seines Gegners wurde belohnt.

In der zweiten Runde spielte Robert mit Schwarz gegen Keoki Wellßow aus Mecklenburg-Vorpommern, DWZ 1537.

In dieser Stellung fand Robert den starken Zug 19.-Sg4-f2! Nach 20.Lxc8 Dxc8 21.Lf4 Dh3+ 22.Kf3 Dg4+ 23.Kg2 Tf8! konnte er seinen ersten Punkt verbuchen. 

Der nächste volle Punkt folgte gleich darauf in der 3. Runde. Sein Gegner, Momchil Kosev aus Erfurt, hat eine DWZ von 1943. Dieser hatte soeben 17.-Sxd5 gespielt, was unangenehm aussieht für Weiß. Der schwarze Springer auf d5 ist tabu wegen Dxc2 matt.

Doch Robert fing an zu zaubern und fand einen Weg, dem Unsympathling auf d5 ans Leder zu gehen: 18.Lxd7+ Kxd7 19.Sc5+! dxc5 20.Dxd5+. Robert spielte konzentriert weiter und behielt auch zum Schluss die Nerven:

34.-cxb2+ 35.Kb1! Txf5 36.Th8+ Ke7 37.De4+ De6 38. Te8+ 1:0

Robert fand sich nun im oberen Tabellenfeld wieder, wo sich die 2000er im Haifischbecken tummeln. Und es sollte noch besser kommen: Robert gewann auch in Runde 4 und zwar mit Schwarz gegen Erik Simukow aus Kassel, DWZ 2033. Eine Partie, in der Robert mehrere erstaunliche und mutige Züge fand. Der erste war ein positionelles Bauernopfer in dieser Stellung:

14.-Dd8-c7!? 15.Sxd5 cxd5 16.Lxd5

Und jetzt der nächste Kracher: 16.-Tf8-c8! Robert opfert eine Qualität für starken Angriff. 17.Lxa8 Dxc2+ 18. Ka1 Txa8. In der kommenden Phase spielte Robert einige großartige ruhige Züge zur Vorbereitung des entscheidenden Angriffs. Irgendwann stand dann diese Stellung auf dem Brett:

Die weiße Dame ist an die Verteidigung von a2 gebunden. Die weiße Grundreihe sieht verdächtig schwach aus. Doch wie das ausnutzen? Robert fand auch hier eine wundervolle Lösung und entkorkte 23.e5-e4! 24.fxe4 Ld4! Weiß wird matt auf c1 oder verliert den Le3. Wenige Züge später hatte Robert den dritten Sieg in Folge eingefahren.