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Frühjahrsopen 2019
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Vereinsabend

Immer mittwochs und freitags in der Begegnungsstätte Altwarmbüchen, an der Riehe 32, 30916 Isernhagen.
Ab 16:30 Uhr für Kinder und Jugendliche, ab 18 Uhr für Erwachsene. Wir freuen uns auf euch!

Braunschweiger Maiturnier 2019

Bericht von Julian

Am 1. Mai 2019 brachen Marius und Julian zum traditionellen Maiturnier in Braunschweig auf. Dieses Mal mit prominenter Besetzung: Mit dabei war der internationale Meister Nikolas Lubbe (DWZ 2382), bekannt von Chess24 und der Kommentierung des WM-Kampfes im letzten Jahr.

Neben Nikolas traten noch 5 weitere Spieler mit einer DWZ > 2100 an, aber davon ließen Marius und Julian sich nicht entmutigen. Das Ziel war, heute einmal gegen Lubbe spielen zu können.

Julian war an Startplatz 19 von 61 gemeldet und musste daher schon in Runde 2 gegen FM Tobias Vöge spielen. Nach dieser Niederlage und einem Sieg in Runde 3 folgte mit IM Sven Joachim der nächste deutlich besser bewertete Spieler, wo er erneut das Nachsehen hatte. Nach der Pause spielte er unkonzentriert gegen das Jugendtalent Sebastian Wöllenstein und musste schon den 3. Punkt abgeben. Damit war die Devise klar: Die letzten vier Runden sollten vier Siege bringen. Tatsächlich hatte Julian Glück in der Auslosung und erhielt nur noch schwächer bewertete Gegner, die er alle schlagen konnte. Am Ende landet er mit 6 Punkten auf Platz 11 und verpasst den Rating-Preis < 2000 DWZ nur um einen Buchholzpunkt.

Marius startete deutlich besser ins Turnier und hatte bis zur sechsten Runde nur einen einzigen Punkt abgegeben. Dann war es endlich soweit: Brett 1: Lubbe gegen Eilert. Marius begegnete ihm zunächst auf Augenhöhe, konnte aber leider keinen Punkt entführen. In Runde 8 ging es dann gegen Markus Hahn weiter (DWZ 2275), gegen den Marius kurz vor Turnierende eine weitere Niederlage einstecken musste. Mit einem Sieg in der letzten Runde erreichte er aber ebenfalls 6 Punkte und einen sehr guten 8. Platz, punktgleich mit Platz 5.

Insgesamt wieder ein sehr schönes Turnier mit vielen neuen Bekanntschaften und vertrauten Gesichtern, mit denen wir nochmal die Saison Revue passieren ließen und viele andere Neuigkeiten aus der Schachwelt hörten. Die ganz starken Spieler hatten heute etwas dagegen, dass ein Drache das Treppchen erklimmt, aber es hat wieder viel Spaß gemacht und Marius durfte gegen einen der berühmtesten deutschen Schachspieler antreten. Das nächste Schnellschachturnier bietet sich am 11. Mai an, wo die Schach-Drachen mit den Freibauern Wedemark ein Turnier der Jugendserie ausrichten.

Detaillierte Ergebnisse gibt es hier.

Spielbericht SD Isernhagen 2 – SC Hämelerwald

Bericht von Holger Ernst

„Der große Showdown“

Zu unserem letzten Spiel in der Saison 2018/19 mussten wir nur Pascal ersetzen – sein Bruder Patrick stellte sich der unangenehmen Aufgabe, denn heute ging es schließlich um den Verbleib in der Bezirksklasse. Hämelerwald kam wie erwartet in einer starken Besetzung, allerdings fehlten die beiden nachgemeldeten Jens Steven (1847)und Barbara Michalek (1704). So hoffte ich trotzdem auf ein 4:4, welches beiden Mannschaften ihre Saisonziele erreichen lassen würde.

Der Mannschaftsführer ging mit gutem Beispiel voran und holte relativ schnell den ersten Punkt, nachdem sein Gegner eine Bauerngabel zuließ. Reinhard hatte parallel ein ausgeglichenes Endspiel auf dem Brett und einigte sich auf ein Remis. 1,5:0,5

Ein Blick in die Runde gab meiner Hoffnung weitere Nahrung: Jürgen hatte sich den Vorteil einer Leichtfigur verschafft, Patrick einen starken Königsangriff und auch Kevin spielte schon mit einer Mehrqualität. Kati wickelte in ein Endspiel gegen das Läuferpaar und einen Mehrbauern ab – hier sollte noch lange gespielt werden. Jens versuchte einen Königsangriff, allerdings auf Kosten der Bauern am Damenflügel. Roberts Partie war ziemlich unklar, aber ich vertraute auf seine Rechenkünste.

Jürgen verwertete schließlich seinen Figurenvorteil in einen vollen Punkt und somit hatten wir schon 2,5 Punkte. Es sah alles nach Klassenerhalt aus.

Patrick wollte den Gegner richtig unter Druck setzen und suchte die Entscheidung. Doch sein Angriff schlug nicht durch und er sah sich auf einmal in der Defensive. Er versuchte sich noch gut zu verteidigen, allerdings machte es Benjamin Bank (1134) wirklich klasse.

Jens hatte an Brett 7 gegen Marius Göcke (1460) ein Einsehen und gab auf – die 3 Mehrbauern am Damenflügel waren langfristig nicht aufzuhalten.

Ein Blick rüber zu Robert verbesserte meine Laune allerdings wieder – er hatte inzwischen eine Qualität gewonnen, allerdings spielte sein Gegner noch mit Dame, Turm und Springer, welcher schon sehr aktiv stand. Robert suchte nach einem für ihn günstigen Abtausch und hoffte auf ein Endspiel, in welchem seine Qualität sich durchsetzen würde. Doch Karl-Heinz Dins (1774) setzte Roberts offenem König immer mehr zu und stellte ihn schließlich auf der b-Linie. Robert musste die Dame geben und gab sofort auf. 2,5:2,5

Das Spiel kippte. Auch Patrick sah sich inzwischen einem Freibauern ausgesetzt und musste eine Figur geben. Da er vorher auch noch eine Qualität gegeben hatte, als er die „falsche“ Figur setzte, war das Ergebnis absehbar. Er spielte noch einige Züge, aber die Partie war verloren. 2,5:3,5

Tja, so ist Schach. Unsere gute Ausgangsbasis war auf einmal dahin und ich musste erst mal einige tröstende Worte für Patrick und Robert finden.

Inzwischen war nämlich klar, dass auch Katis Kampf gegen Klaus-Peter Scheibe (1930) bald vorbei sein würde. Damit war klar, dass wir nicht mehr auf 4 Brettpunkte kommen konnten und nun hieß es hoffen. Kevin spielte immer noch auf den vollen Punkt, denn es gab Konstellationen, in denen auch die Brettpunkte noch wichtig sein konnten.

Unsere einzige Chance bestand jetzt noch aus „Schützenhilfe“ aus Anderten und Calenberg. Wenn beide gewinnen würden, hätten wir den Klassenerhalt doch noch geschafft. Fiebernd schaute ich auf die Seite vom Schachbezirk nach Ergebnissen. Nach dem gefühlten „hundertsten aktualisieren“ die erste gute Nachricht. Anderten hatte bei Eystrup gewonnen. Nun hing alles an dem Ergebnis aus der Partie Laatzen 2 – Calenberg. Die Minuten vergingen und schließlich stand dort ein Ergebnis: Calenberg hatte tatsächlich mit 6-2 in Laatzen gewonnen. Unser Klassenerhalt war perfekt. Schnell rannte ich nach oben um Kevin die frohe Botschaft mitzuteilen. Man einigte sich auf ein friedliches Remis und somit verloren wir zwar 3-5, aber profitierten von den Ergebnissen der anderen Schauplätze.

Jubel kam auf und viele Umarmungen folgten. Gerade den Spielern, die in Ihren Partien eine Achterbahnfahrt hinter sich hatten standen die Tränen in den Augen, denn sie hatten schon befürchtet, dass ein möglicher Abstieg mit Ihrer Person verbunden sein würde. Somit hielten wir zum zweiten Mal in Folge die Klasse in der mit drei Absteigern überaus schweren Bezirksklasse. Nun können wir beruhigt die neue Saison planen und uns auf ein weiteres Jahr Bezirksklasse freuen. Doch so ein Saisonfinale brauche ich persönlich nicht wieder – selten war ein letzter Spieltag wohl so emotional.

Vielen Dank an alle Mitstreiter aus meiner Mannschaft, aber auch an alle „Nachrücker“ aus der dritten. Ohne euch hätten wir unser Ziel wohl nicht erreicht. Herausragend sind sicherlich die Leistungen von Jürgen (6,5/9) und auch von Kevin, der sich häufig weitaus stärkeren Gegnern ausgesetzt sah und trotzdem mit 2,5/7 eine starke Bilanz holte. Auch Kati war sich nach einem Jahr Pause nie zu schade sich an das erste Brett zu setzen und gegen um 170 DWZ stärkere Gegner alles zu geben. Klasse Kati. Ein Wort noch zu Robert. Seine Bilanz ist mit 50% sicherlich nicht herausragend, wenn man aber sieht, dass er in 3 von 4 verlorenen Partien klar besser stand, dann weiß man, welches Potenzial er hat. Hier ist er noch lange nicht am Ende, denn aus jeder Niederlage lernt man etwas dazu. Wenn er diese kleinen Fehler noch abstellt, kann sich die erste Mannschaft auf einen starken Neuzugang freuen.

Danke also noch einmal an alle, die beim Klassenerhalt mitgeholfen haben. Ich freue mich schon auf die nächste Saison.

9. Spieltag: 2. Mannschaft erreicht Klassenerhalt

 

1. Mannschaft

Der Mannschaftskampf gegen die Schachfreunde Hannover entwickelte sich zu einer einseitigen Angelegenheit, denn unsere Gegner traten aufgrund arger Personalsorgen nur zu fünft an. Für Marius Eilert, Christian Hachtmann und Randolf Prüßner bedeutete das einen freien Sonntagvormittag. Als Kiebitze sahen sie starke Leistungen von Julian Essmann und Frank Gathmann, die mit vollen Punkten den Mannschaftssieg sicherstellten. Hinzu kamen Remisen von Werner Zoch und Andreas Köppl zum 6:2 Endstand.
Für den Aufstieg in die Landesliga reichte dieser Sieg allerdings nicht mehr, denn der SV Laatzen gewann seinen Mannschaftskampf und gab so die Tabellenspitze nicht mehr aus der Hand. Alles in allem dennoch eine überaus erfolgreiche Saison, denn das Saisonziel, nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern zu müssen, wurde klar übertroffen. Dieser Erfolg ist auf eine tolle Mannschaftsleistung zurückzuführen, denn aus unserem 10er-Kader verbuchten neun Spieler einen Zuwachs an DWZ-Punkten.

2. Mannschaft

Dramatisch verlief der Mannschaftskampf unserer 2. Mannschaft, die gegen den SC Hämelerwald um den Klassenerhalt spielte. Nach Siegen von Jürgen Reinecke und Holger Ernst schienen wir bereits auf der Siegerstraße, doch plötzlich drehten unsere Gegner fulminant auf und gewannen eine Partie nach der anderen. Lediglich Kevin Teichert und Reinhard Altrock erzielten noch Unentschieden, die die 3:5 Niederlage jedoch nicht mehr verhindern konnten.
Somit entschied erneut das Smartphone über die Stimmung auf der Saisonabschlussfeier, denn für den Klassenerhalt benötigten wir nun Schützenhilfe der SVg Calenberg. Sekündlich wurde die Ergebnisseite des Schachbezirks aktualisiert bis schließlich feststand: Calenberg hat ihren Mannschaftskampf gewonnen uns damit den Klassenerhalt gesichert. Ein erfreuliches Ende einer turbulenten Saison, in der aufgrund der sehr ausgeglichen besetzten Liga und des verschärften Abstiegs zwischenzeitlich fast alle Mannschaften gegen den Abstieg spielten.

3.. Mannschaft

Mit lediglich fünf Spielern kassierte unsere 3. Mannschaft eine 2:6 Niederlage gegen die SG Döhren-Gleidingen 2. Nils Battermann, Sam Ahmadi, Dieter Schrader und Nik Stelling erkämpften sich dabei achtbare Unentschieden.
Als Tabellensiebter blieb unsere 3. Mannschaft insgesamt etwas hinter den Erwartungen zurück, da der Abstand zu den Aufstiegsplätzen größer wurde, als vor der Saison erhofft. Lichtblicke und Optimismus für die nächste Saison verbreiten hingegen die guten Leistungen unserer Jugendspieler Arne Gädeken (DWZ +125), Jean-Luc Eram (DWZ +90), Hannes Braun (DWZ +87) und Ben Braun (DWZ +85).

4. Mannschaft

Ebenfalls eine Niederlage musste unsere 4. Mannschaft gegen SK Lehrte 7 hinnehmen. Beim 3:5 holten Alexander Zwetzich, Matthias Clever und Jean-Luc Eram volle Punkte für unser Team.
Als Tabellenneunter mit vier Mannschaftspunkten wurde das Ergebnis der vergangenen Saison verbessert, sodass das Saisonfazit für unsere 4. Mannschaft positiv ausfällt.

Robert Elsner qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften

Herausragender Erfolg für die Schach-Drachen: Mit 7 Punkten aus 9 Runden hat Robert Elsner bei den Landes-Einzel-Meisterschaften in der Altersklasse U-14 den zweiten Platz erreicht und sich damit für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert.

Frank, Julian und Marius haben Roberts Partien gebannt verfolgt und ihre Eindrücke geschildert:

 

Tag 1

von Marius

Heute startet Robert Elsner auf Norderney in seine zweite Landes-Jugend-Einzel-Meisterschaften in der Altersklasse U-14. Während Robert im letzten Jahr erst als Nachrücker zur Vermeidung eines ungeraden Teilnehmerfeldes in das Turnier rückte und dennoch das gesamte Turnier vorne mitspielte, steht das diesjährige Turnier unter anderen Vorzeichen: Roberts Freiplatzantrag wurde direkt akzeptiert und als Setzranglistenzweiter unter 18 Teilnehmern ist er von Anfang an einer der Favoriten auf den Titel und die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft, für die sich die beiden Erstplatzierten qualifizieren.

Dementsprechend spielt Robert bereits in seiner ersten Runde an einem Livebrett. Gegen Rainer Heller (DWZ: 1483) vom FC Lachendorf gewinnt Robert mit Weiß früh einen Bauern, gerät danach aber in die Defensive:

Die schwarzen Figuren wirken bedrohlich und der Springer auf g4 lässt sich wegen Th8+ nicht gut schlagen. Doch Robert hat Befreiungsschlag parat, der perfekt funktioniert: 24.Txd4! Macht das Feld g1 für den König frei und ermöglicht so das Schlagen des Springers: 24…cxd4 25.hxg4 Th8+ 26.Kg1 Dc5 27.Df2 Kg8

28. Lxe4! Sehr stark gespielt. Auf 28…fxe4 29.Ld6 verzichtet sein Gegner verständlicherweise aber auch nach dem Partiezug 28…Tf8 findet die Partie ein schnelles Ende: 29.Lxf5 De7 30.Le6+ Kg7 31.Le5+ Kg6 32.Lf5+ 1:0 Ein überzeugender Sieg zum Einstieg in das Turnier. Weiter geht es morgen um 8:00 Uhr gegen Luis Stein vom Peiner SV. Hier wird die Partie live übertragen.

 

Tag 2

von Marius

Gegen Luis Stein (DWZ 1486) vom Peiner SV läuft Roberts Eröffnung mit Schwarz ideal. In folgender Stellung ebnet sich Robert mit einem bekannten Qualitätsopfer den Weg zum weißen König:

20…Txc3! 21.bxc3 Txc3 22.Dd5 Da3+ 23.Kb1 h6 24.gxh6

Zeit für den finalen Schlag: 24…Txc2! Roberts Gegner probierte noch 25.Da8+, gibt aber auf, als er merkt, dass Robert nicht vorhat, das Schachgebot mit Lf8 abzuwehren. Der Traumstart mit zwei Siegen ist damit perfekt!

Nur wenige Stunden später wartet mit dem Setzranglistendritten Leon Niemann (DWZ 1780) vom SK Lehrte bereits die nächste Herausforderung. Der Rückenwind seines Traumstarts scheint Robert zu beflügeln, denn erneut geht er ambitioniert zu Werke:

15.c5! Das stellt Schwarz vor eine unangenehme Wahl:

a) 15…dxc5 und starkes weißes Figurenspiel zulassen, z.B. 16.dxc5 Dxd2 17.Txd2 bxc5 18.Lc6 Tf8 19.Txe7.

b) 15…bxc5 16.bxc5 und eine unangenehme Fesselung des d-Bauern zulassen.

c) Den Bauern stehenlassen und immer damit rechnen müssen, dass dieser nach c6 durchzieht.

Leon entscheidet sich für letzteres und spielt 15…a6 16.Df4 e6.

17.Se4! Nutzt eine weitere Fesselung aus. Für Schwarz gibt es nun keine Rettung mehr: 17…Sd5 18.Dxd6 f6 19.Dxb8 fxg5 20.Sd6 1:0. Ein weiterer beeindruckender Sieg!

Morgen früh geht es weiter mit dem bisherigen Höhepunkt des Turniers: Das Aufeinandertreffen der beiden derzeit besten Spieler des Turniers: Sören Evering (DWZ 1924) vom SC Papenburg spielt mit Weiß gegen Robert – Beginn ist um 8:00 Uhr. Es heißt also wieder: Den Wecker stellen und hier live mitfiebern!

 

Tag 3: Das Spitzenspiel

von Julian

In der vierten Runde stand für Robert das direkte Duell gegen den an Position 1 gesetzten Sören Evering (DWZ 1924) aus Papenburg bevor. Das Duell versprach Spannung und Schach auf hohem Niveau in einer Partie zwischen zwei aufstrebenden Schachspielern, die beide mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung deutsche Meisterschaft machen würden.

Robert spielte mit Schwarz wieder gewohnt routiniert die Eröffnung. Sein Gegenüber kannte sich auch gut aus, leistete sich aber in dieser Stellung die Ungenauigkeit 15. Lh6?. Robert nutzte das sofort aus:

 Runde 4: Evering - Elsner nach dem 15. Zug von Weiß

 

15. ... Sxe4! gewinnt einen Bauern. Nach 16. Sxe4 Txd4 hat Schwarz leichten Vorteil, muss allerdings am Königsflügel weiter sehr wachsam sein.

Robert entschied sich stattdessen für das mutige 16. ... Lxd4, in kluger Berechnung, dass 17. Lxf8 die Dame verlieren würde wegen 17. ... Db6 (droht Matt auf b2!) nebst Le3. Die Zuschauer im Live-Stream reibten sich gespannt die Augen, keinem von uns war klar, wie sich die Partie jetzt weiter entwickeln würde.

Evering entschied sich zur Fortsetzung 17. c3 und Robert zog sich wieder zurück mit 17. ... Lg7 18. Lxg7 Kxg7 19. gxh5 Lf5. Das Material war nun wieder ausgeglichen, doch Robert geriet am Königsflügel stark unter Druck:

Runde 4: Evering - Elsner nach 19. gxh5. Das Material ist ausgeglichen, doch Robert steht am Königsflügel stark unter Druck. Der beste Zug ist hier Da5. In der Partie folgte 19. ... Lf5 20. hxg6 fxg6 und dem f-Turm ist die Linie versperrt.

 

Danach machte Robert einige genaue Verteidigungszüge und konnte es schaffen, die Damen abzutauschen. Es ergab sich ein Endspiel, in dem beide Seiten ihre Schwächen hatte und für beide alles möglich war. Robert musste möglichst schnell einen Freibauern bilden und vorschieben, während Weiß versucht, die b-Bauern zu schlagen und selbst seine Bauern vorzuziehen. In folgendem Diagramm kann Schwarz mit zwei präzisen Zügen auf die Siegerstraße gelangen. Tipp: Wenn Schwarz es irgendwie gelingen würde, einen der b-Bauern zu halten, wird der g-Bauer das Rennen machen.

Runde 4: Evering - Elsner nach dem 40. Zug von Weiß. Kf5 ist hier ein sehr guter Zug. Die Pointe: Nach 41. Tb4 folgt ... e5! 42. fxe5 dxe5 43. Txb6 und nun Th7! Schwarz behält den b7 Bauern und hat nun zwei Freibauern.

 

Robert fehlte allerdings noch dieser eine Zug zur Zeitkontrolle und er wählte den natürlichen Zug 40. ... Tf2. Nach 41. Tb4 Kf5 42. Txb6 gehen nun beide b-Bauern verloren. Dennoch hat Schwarz hier noch einen guten Zug:

 Evering - Elsner, Diagramm 4 nach dem 42. Zug von Weiß.

 

Die Lösung ist 42. ... Kxf4! Nach 43. Txb7 folgt g5! 44. Txe7 g4. Der g-Bauer wird die Partie gewinnen, weil der König auch schon weit vorne ist, um ihn zu unterstüzen und gleichzeitig der weiße König abgedrängt ist. Schwierig zu sehen, dass der e7-Bauer geopfert werden muss! Spielt man stattdessen 43. ... Te2 folgt a4 und Weiß ist wieder schnell genug, um das Remis zu halten.

In der Partie spielte Robert 42. ... Txf4. Es folgte 43. Txb7 e5 44. a4. Beide Spieler kamen zur Umwandlung und die Partie endete unentschieden. Nach einer spannenden und hart umkämpften Partie ist das ein gutes und gerechtes Ergebnis für beide Spieler, die sich nun etwas absetzen konnten. Für Robert ist besonders erfreulich, dass er sich gegen den Dritt- und Viertplatzierten bereits durchsetzen konnte. Den nominell stärksten Spieler des Teilnehmerfelds mit einer DWZ >1900 hatte er am Rande der Niederlage, eine erstklassige Leistung! Morgen geht es weiter mit Weiß gegen Adrian Hoke (DWZ 1486)), wieder am Live-Brett. Wir sind gespannt!

 

Tag 4: Mit einem kühl kalkulierten Konter bleibt Robert auf Kurs.

von Frank

Robert spielte im 16. Zug Tfc1?! statt des natürlichen 16. Le3-d2.

Das bot seinem Gegenspieler Adrian Hoke vom ESV Göttingen die Gelegenheit, ordentlich Druck am Damenflügel aufzubauen. Nach 16. Tfc1 Tc3 17. De2 Dc7 18. Ld3 La3 19. Txc3 Sxc3 20. Df1 Lb2 21. Te1


hatte sich Adrian regelrecht in die weiße Damenseite hineingeschraubt. Die weiße Stellung enthält allerdings trotz des schwarzen Übergewichts auf dem Flügel versteckte Ressourcen in der Mitte und wegen des Läuferpaares.

Schwarz hatte sich soeben mit 24.- Sxa2?! auf einen Schlag zwei Freibauern verschafft. Robert behielt kühlen Kopf und nutzte mit dem kühnen 25. d5! genau das Momentum zum Gegenschlag in der Mitte. Nach 30.- Dc7-a5

folgte das energische 30. Ld7+! Kxd7 und Robert erhielt einen unwiderstehlichen Angriff mit Mattabschluss wenige Züge später. 32. Dxd3+ Ke8 33. Td1 Kf7 34. Dd7+ Kf8 35. Lc5+ Kg8 36. De6# Da auch Sören Evering seine Partie gewann, haben die beiden Spitzenreiter jetzt einen ganzen Punkt Vorsprung auf die Konkurrenz.

 

Tag 5: Achterbahnfahrt

von Marius

Gegen Paul Wusterack (DWZ 1563) vom SC Lüneburg hat Robert in der Eröffnung einen schweren Stand und muss den Verlust eines Bauers in Kauf nehmen. Ein Schlüsselmoment ist die folgende Stellung:

Mit dem aktiven 26.Td6 bewahrt sich Weiß seinen Vorteil, doch nach der Partievariante 26.Lc7?! Sd3 27.Tb1 Ta6 28.Lxd3? exd3 29.Sc1 wird er schrittweise eingeschnürt. Wenige Züge später dominieren Roberts Figuren die gesamte Stellung:

40…Txf3+! führt bereits zum sofortigen Gewinn. Die Partievariante 40…g4 41.hxg4 Lxg4 42.Lf2 ist ebenfalls gut für Schwarz, erfordert aber noch einmal eine präzise Kombination:

Robert findet die Kombination und verwertet das nach 42…Lxf3! 43.Lxe3 Lxd1 44.Lxc5 d2 resultierende Endspiel sauber zum vollen Punkt.

Kurz darauf beginnt auch schon die nächste Runde gegen Felipe Santos (DWZ 1394) vom SV Hellern. Beide Spieler beherrschen die Eröffnung exzellent und folgen bis zum 10. Zug den Spuren einer WM-Partie zwischen Garry Kasparov und Anatoly Karpov.

Während Karpov 10…Sc7 spielte, überrascht Felipe mit der gefährlichen Nebenvariante 10…Lc5. Ein Weg zu leichtem weißem Vorteil lautet nun 11.e4 Se7 12.Sxg7 Kxg7 13.b4, aber wer soll das bitte am Brett finden? Robert entscheidet sich stattdessen für 11.Lxd5, was leider schon ein ernstzunehmender Fehler ist. Das Fehlen des weißfeldrigen Läufers wiegt zu schwer, wie Felipe hervorragend unter Beweis stellt: 11…cxd5 12.Sc3 Df6! 13.Dc2 d4!

Und schon gibt es für Weiß keinen zufriedenstellenden Zug mehr:

a) 14.Se4 scheitert an 14…Dxf5

b) 14.Sd1 Dc6 15.f3 d3+ ist sicherlich auch keine Option

c) Einzig 14.Sa4 wäre noch ein Versuch wert, aber auch nur, wenn man die Computervariante 14…Dc6 15.f3 d3+ 16.Sxc5 dxc2 17.Se7+ Kh8 18.Sxc6 findet.

Robert probiert stattdessen mit 14.Dd3 im Trüben zu fischen, gibt sich aber drei Züge später geschlagen.

Eine echte Musterpartie zum Ausnutzen eines fehlenden Fianchetto-Läufers, leider zu Roberts Ungunsten. Mit einem Punkt Vorsprung auf den 3. Platz bleibt Roberts Ausgangsposition für die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft dennoch hervorragend.

 

Tag 6: Nichts ist schwerer, als eine gewonnene Partie zu gewinnen.

von Frank

Robert ging mit einem halben Punkt Rückstand auf den führenden Sören Evering in die 8. und vorletzte Runde. Nach Roberts 10.- Sd7-b6 hatte sein Gegner Antal Minkes die Gelegenheit zu einem aussichtsreichen Figurenopfer:

11. Lxg6!? Le6 12. Dc2 fxg6 13. Dxg6+ Kh8 14. Dxh6+ Kg8 15. Dg6+ Kh8 16. dxe5 dxe5 17. Se4, das er jedoch nicht wahrnahm.

13.-f5! 14. Le2 g5 15. g3 Sf6 Robert war offensichtlich bereit zu kämpfen und nicht gewillt, den Kampf um die Landesmeisterschaft der U14 vorzeitig wegzuschenken.

Nach 20. Le2-d3 folgte sehr stark 20.- Lxh3!+ 21. Kg1 Lxf1 22. Txf1 fxg3 23. fxg3. Robert steht auf Gewinn.

Am zielstrebigsten ist jetzt 23.- Dh5. Mit dem Plan Dh5-h3xg3. Z.B.:

A: 24. Se4 Sxd5! 25. cxd5 Txf3 26. Dxc7 Taf8 oder

B: 24. Lf5 Tae8 25. Le6+ Txe6! 26. dxe6 Dh3 und folgendem Dxg3. - Kompliziert!

Robert spielte stattdessen 23.- Sg4 gefolgt von 24..Te1 Df7 (Dh5!) 25. Te2 e4?! 26. Lxe4 Le5 27.Lg6 Nun geht Df7-h5 natürlich nicht mehr. Noch immer steht Robert wegen seines materiellen Übergewichts (Qualität) erheblich besser. In der Folge aber überzog Robert und stand zum Schluss sogar sehr schlecht:

33. Dxh6+ Kg8 34. S2f3 Dc1+ 35. Kg2 usw. Stattdessen einigte man sich vor dem 33. Zug von Weiß auf remis.

 

Tag 7: Happy End

von Marius

Noch einen Sieg entfernt von der Qualifikation zur deutschen Meisterschaft ist Robert vor der letzten Runde gegen Bastian Lülker (DWZ 1282) vom SC Aurich. Robert hat Weiß und zunächst sieht es nach einer ruhigen Partie aus, doch plötzlich wird es taktisch:

17…b4? 18.Sa4 Da7 19.Sb5 Robert nutzt seine Chance, eine vorteilhafte Stellung zu erreichen. 19…La6 20.Sxc5 Sxc5 21.Sxa7 Lxe2

22.Te1? das lässt Schwarz noch einmal vom Haken. Besser gewesen wäre 22.Lxc5 Lxd1 23.Txd1 und Weiß dominiert den zusätzlichen schwarzen Turm mit seinem bärenstarken Läuferpaar. 22.Te1 erlaubt hingegen, dass Schwarz mit 22…Sb3 voll im Spiel bleibt.

Doch die Turnierwoche war für alle Spieler anstrengend und so übersieht auch Roberts Gegner diese Möglichkeit. Stattdessen folgt 22…Txa7 23.Lxc5 und Schwarz gibt auf, da nun beide seine Türme und sein Läufer angegriffen sind.

Damit ist der 2. Platz perfekt, mit dem sich Robert als erster Schach-Drache für die deutschen Meisterschaft qualifiziert. Die Schach-Drachen gratulieren herzlich zu diesem tollen Erfolg!

Hier geht es zur Turnierseite mit allen Einzelergebnissen und der Abschlusstabelle.

Schlussakkord

Bericht von Frank Gathmann

Im Spitzenkampf der 1. Mannschaft gegen Laatzen hatte sich Marius mit Schwarz großen Vorteil erarbeitet. Nach 1.- Lf6-e5! gab sein Gegner auf:

Er verliert Material oder geht an einem schönen Mattmotiv zu Grunde, wenn er 2. Txf1 spielt.

Wie funktioniert die Matt-Abwicklung? Hier geht’s zur Lösung.

8. Spieltag: 1. Mannschaft verliert Spitzenspiel

 

1. Mannschaft

Das Spitzenspiel gegen den SV Laatzen hielt das, was es versprach: Beide Mannschaften in Bestbesetzung, alle Spieler topmotiviert und kein einziges Remis! Zunächst sah es gut für uns aus, denn Frank Gathmann setzte seine Siegesserie fort und Julian Essmann behielt trotz eines gefährlichen Königsangriff seines Gegners einen kühlen Kopf und triumphierte im Endspiel. Als dann Marius Eilert unsere dritte Schwarzpartie zum 3:1 gewann, machte sich Optimismus breit. Doch in allen verbliebenen Partien hatten wir nachteilige und schwierig zu verteidigende Stellungen. Die Laatzen Spieler erwiesen sich in der Folge als nervenstark und ließen uns in diesen Partien keine Chance mehr.
Durch dieses 3:5 haben wir die Tabellenführung wieder an Laatzen abgegeben und benötigen am letzten Spieltag Schützenhilfe, um doch noch aufzusteigen.

2. Mannschaft

Gegen die SG Garbsen/Marienwerder gelang unserer 2. Mannschaft dank der frühen Siege von Patrick Dähn und Charlotte Loßin ein hervorragender Start. An den anderen Brettern erwiesen sich die Spieler von Garbsen/Marienwerder allerdings als zu stark. Kevin Teichert und Jürgen Reinecke erzielten zwar noch achtbare Remisen, doch unter dem Strich blieb eine 3:5 Niederlage.
Als Tabellensiebter liegen wir aktuell einen Platz vor den Abstiegsrängen, müssen aber am letzten Spieltag ausgerechnet gegen den starken Tabellenzweiten SC Hämelerwald antreten. Ein Sieg oder ein 4:4 würde den sicheren Klassenerhalt bedeuten, bei einer Niederlage muss gezittert werden.

3.. Mannschaft

Nicht viel zu holen gab es für 3. Mannschaft gegen den SV Laatzen 3. Einzig Hans-Jürgen Ebeling gewann seine Partie, was zusammen mit den Unentschieden von Nils Battermann und Hannes Braun in einer 2:6 Niederlage resultierte.

4. Mannschaft

Ebenfalls einen sehr schweren Stand hatte unsere 4. Mannschaft gegen den Tabellenführer SG Döhren-Gleidingen 2. Während wir an den meisten Brettern Niederlagen hinnehmen mussten, leisteten Arne Gädeken und Ben Braun erfolgreiche Gegenwehr und erkämpften sich jeweils einen halben Punkt. Insgesamt also eine klare 1:7 Niederlage, bei der unsere Gegner eindrucksvoll gezeigt haben, warum sie nächstes Jahr in einer höheren Liga spielen werden.