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Immer mittwochs und freitags in der Begegnungsstätte Altwarmbüchen, an der Riehe 32, 30916 Isernhagen.
Ab 16:30 Uhr für Kinder und Jugendliche, ab 18 Uhr für Erwachsene. Wir freuen uns auf euch!

Hohlfeld-Pokal 2018 gegen Neustadt

Die Paarungen im Viertelfinale des Hohlfeld-Pokals gegen den SK Neustadt ließen ein Duell auf Augenhöhe erwarten:

SD Isernhagen   SK Neustadt
Marius Eilert (2037) - Ulf Stoy (1906)
Jürgen Reinecke (1801) - Dietrich Kostka (1710)
Andreas Köppl (1696) - Stefan Wellnitz (1657)
Holger Ernst (1547) - Manfred Hannemann (1749)

Und tatsächlich entwickelte sich ein spannendes Pokalspiel, bei dem in jeder Partie alles möglich schien. Die erste Entscheidung fiel am 4. Brett. Holger hatte einen Mehrbauern und schien gegen den gegnerischen Angriff gut aufgestellt zu sein. Doch als sich die gegnerischen Schwerfiguren in die Nähe seines Königs positionierten, wehrte Holger nur eine von zwei Drohungen ab und der folgende Mattangriff beendete die Partie schlagartig zugunsten seines Gegners. Einen weiterer Rückschlag folgte am 2. Brett, wo Jürgen in einem zunächst ausgeglichenen Endspiel feststellen musste, wie trickreich Springer sein können. Immer wieder hüpfte Dietrich Kostka mit seinem Springer in Richtung Jürgens Bauernschwächen und ließ sich von dessen Läufer nicht kontrollieren. Schließlich verlor Jürgen einen wichtigen Bauern und musste kurz darauf aufgeben. Zurück ins Spiel brachte uns Andreas, der auf die Rochade verzichtete, um einen kompromisslosen Königsangriff zu entfachen:

1.d5!!

Ein fantastischer Zug, der effizient den Damentausch verhindert. Andreas hat richtig eingeschätzt, dass er den folgenden Materialverlust nicht zu fürchten braucht:

1…Lxc3+

2.Kf1 Lxa1

3.Lg7! 1:0

Ein schönes Finale! Der Läufer auf g7 verhindert, dass sich Schwarz mittels Sf6 verteidigt.

Somit fiel die Entscheidung zwischen Marius Eilert und Ulf Stoy, die bereits vor wenigen Wochen im Frühjahrsopen gegeneinander gespielt hatten. Dort gewann Ulf die Partie, dieses Mal konnte Marius ein Endspiel mit Mehrbauern erreichen. Ulf schaffte es lange, das Endspiel spannend zu gestalten und erspielte sich mit seinem Freibauern sogar eigene Gewinnchancen. Zu fortgeschrittener Stunde gelang es Marius dann, den gegnerischen Freibauern zu blockieren und seine eigenen Bauern gewinnbringend nach vorne zu ziehen. Dies bedeutete das 2:2 und den glücklichen Halbfinaleinzug aufgrund der besseren Berliner Wertung.

Pinnel-Willeke-Pokal 2018 gegen Calenberg

Das Viertelfinale des Pinnel-Willeke-Pokals spielte unsere Mannschaft bei der SVg Calenberg, die in dieser Saison den 1. Platz in der Kreisliga West erreichten und somit zu den Favoriten im Pokal zählen. Auch die Wertungszahlen sahen uns in allen Partien als klaren Außenseiter:

 

SVg Calenberg   SD Isernhagen
Michael Muth (1846) - Charlotte Loßin (1527)
Ulrich Becher (1811) - Joachim Glaschak (1327)
Harold Allmendinger (1670) - Bodo Lieberum (1331)
Uwe Jürke (1670) - Nadja Nidzwetzki (1033)

Charlotte und Joachim erwiesen sich jedoch als ebenbürtige Gegner und erzielten Remisen. Da die anderen beiden Partien verloren gingen, blieb mit dem 1:3 unterm Strich ein achtbares Ergebnis, das allerdings trotzdem das Pokal-Aus bedeutet.

Frühjahrsopen 2018: Spannende 4. Runde

Nach der 3. Runde des Frühjahrsopens hatten nur noch Ulf Stoy und Marius Eilert die volle Punktzahl. Folglich trafen beide zum Spitzenspiel der 4. Runde aufeinander. Ulf opferte mit den schwarzen Steinen bereits in der Eröffnung einen Bauern, um mit seinem Läuferpaar einen gefährlichen Königsangriff zu entfachen. In der folgenden Stellung setzte er dann zum entscheidenden Schlag an:

 

Mit welcher Zugfolge erreicht Schwarz am Zug gewinnbringenden Vorteil? Hier geht es zur Lösung.

9. Spieltag: Saisonabschluss

 

1. Mannschaft

Zum Abschluss der Saison musste unsere 1. Mannschaft eine enttäuschende 2,5-5,5 Niederlage gegen den SK Lehrte hinnehmen. Lediglich Christian Hachtmann gewann seine Partie, während Sven-Hendrik Loßin, Detlef Loeper und Randolf Prüßner halbe Punkte beisteuerten. Einen starke Partie zeigte Patrick Dähn, der sich in seinem ersten Spiel für die 1. Mannschaft erst spät geschlagen geben musste.
Die Saison beenden wir damit auf dem 4. Tabellenplatz. Nach einer durchwachsenen ersten Saisonhälfte steigerte sich die Mannschaft zum Jahreswechsel und sicherte mit vier Siegen in Folge den vorzeitigen Klassenerhalt. Insgesamt eine zufriedenstellende Saison.

2. Mannschaft

Durch eine knappe 3,5-4,5 Niederlage gegen Wedemark beendet unsere 2. Mannschaft ihre Saison ebenfalls auf dem 4. Tabellenplatz. Michael Jäkel, Anatolij Romakin, Andreas Köppl, Reinhard Altrock und Robert Elsner erzielten zum Abschluss Unentschieden, Kevin Teichert gewann seine Partie.
Alles in allem war die erste Saison in der Bezirksklasse ein voller Erfolg für unsere zweite Mannschaft. Zwei knappe Siege zu Saisonbeginn legten den Grundstein für den Klassenerhalt, der in den folgenden Spielen problemlos erreicht wurde. Höhepunkt der Saison war das famose 6:2 beim bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Sulingen.

3. Mannschaft

Unsere 3. Mannschaft beendet die Saison mit einem Erfolgserlebnis gegen Hannover 96. Matthias Clever, Bodo Lieberum, Dieter Schrader, Joachim Glaschak, Hannes Braun und Nik Stelling gewannen ihre Partien. Norbert Gornig vollendete mit einem Remis zum 6,5-1,5.
Der 5. Platz in der Endtabelle ist zwar ein ordentliches Ergebnis, jedoch war das Saisonziel, den Aufstiegsplätzen noch ein bisschen näher zu kommen. Somit bleibt der Ausblick auf die kommende Saison und die Hoffnung, dann in den entscheidenden Spielen knappe Siege statt knapper Niederlagen zu erreichen.

4. Mannschaft

Gegen den übermächtigen Staffelsieger SC Uetze Hänigsen hatte unsere 4. Mannschaft schwer zu kämpfen. Andreas Szymanski gelang es jedoch seinem Gegner Paroli zu bieten und ein Unentschieden zu erzielen.
Die 4. Mannschaft ist neu zusammengestellt in die Saison gegangen und hatte zum einen das Ziel, möglichst oft vollständig anzutreten. Mit 7 kampflosen Niederlagen (vorherige Saison: 12 kampflose Niederlagen) wurde der Wert der vorherigen Saison verbessert, jedoch sollte das Ziel sein, die Anzahl der kampflosen Niederlagen in der kommenden Saison weiter zu verringern. Um dies zu erreichen, ist allerdings auch eine Verbesserung der Einsatzbereitschaft in den höheren Mannschaft erforderlich, da durchschnittlich vier Spieler der 4. Mannschaft in der 3. Mannschaft aushelfen mussten. Das andere Saisonziel unserer 4. Mannschaft war es, den jugendlichen Spielern mehr Einsatzzeit zu ermöglichen. Dies ist den Mannschaftsführerinnen Nadja Nidzwetzki und Charlotte Loßin hervorragend gelungen: Nik Stelling, Sam Ahmadi, Matteo Musteata, Alan Barclay, Miriam Elsner, Celine Kynast und Andreas Loßin spielten in dieser Saison erstmals in der 4. Mannschaft, wurden zu wichtigen Stützen des Teams und erzielten teilweise bereits beachtliche Erfolge. Dadurch fällt auch für unsere 4. Mannschaft das Saisonfazit positiv aus.

Robert Elsner bei den Landes-Jugend-Einzelmeisterschaften 2018

In der vergangenen Woche nahm Robert Elsner an den Landes-Jugend-Einzelmeisterschaften 2018 in Rotenburg teil und meisterte das Turnier bravourös. Die Erlebnisse der letzten Tage:

Tag 1

Am 24. März 2018 machen sich Charlotte Loßin und Robert Elsner auf dem Weg zu den Landes-Jugend-Einzelmeisterschaften nach Rotenburg. Während Charlotte in Rotenburg die Schachjugend des Bezirks Hannover betreut, ist für Robert zunächst nicht klar, in welcher Gruppe er spielen würde. Sein Freiplatzantrag für die Altersklasse U14 wurde im Vorfeld leider abgelehnt, weshalb er sich für das offene Turnier angemeldet hatte. Doch kurz vor Turnierbeginn gibt es tolle Neuigkeiten: Zum Erreichen einer geraden Teilnehmerzahl darf Robert doch noch in die U14 nachrücken. Damit ist Robert der erste Schach-Drache seit Julian Essmann im Jahr 2010, der bei den Landes-Jugend-Einzelmeisterschaften in einem Altersklassenturnier auf Punktejagd geht. Wir drücken die Daumen!
Als Setzranglistenzehnter unter 22 Teilnehmern wartet in der 1. Runde Simon Dirks (DWZ 1307) vom SC Aurich. Robert gewinnt die Partie mit Schwarz und gelingt damit ein perfekter Start. Die Belohnung: Morgen geht es am Live-Brett gegen den Topgesetzten Sören Evering (DWZ 1818) vom SC Papenburg.

Tag 2

Nach einer kurzen Nacht mit Zeitumstellung geht es bereits um 8:00 Uhr los. Unter den daheimgebliebenen Schach-Drachen spricht sich schnell herum, dass Robert am Live-Brett spielt und die Partie wird gebannt verfolgt. Robert eröffnet mit Weiß energisch, bringt früh seine Dame ins Spiel und versucht das Zentrum zu erobern. Dabei verzichtet er jedoch auf die Rochade und sein Gegner attackiert das Feld f2. Das sieht riskant aus! Doch Robert verteidigt sich präzise und schafft es schließlich im 23. Zug, seinen König mit der Rochade in Sicherheit zu bringen. Kurz darauf einigen sich die Spieler auf Remis. Ein tolles Ergebnis!
Doch viel Zeit zur Freude bleibt nicht, denn in der Nachmittagsrunde wartet mit Inken Meijerink (DWZ 1616) vom SK Nordhorn-Blanke bereits die nächste Herausforderung. Robert erspielt sich ein Endspiel mit zwei Mehrbauern, in dem jedoch sein Springer in einer unangenehmen Fesselung steht. Mit zunehmender Zeitnot wächst die Anspannung bei den Zuschauern, doch Robert führt das Endspiel souverän zum Sieg. Prima!
Mit 2,5 Punkten aus 3 Partien liegt Robert in der Spitzengruppe.

Tag 3

Roberts heutiger Gegner ist Pavel Mimkes (DWZ 1649) vom KSV Göttingen. Beide spielen mutiges Schach, sodass sich schnell eine komplizierte Partie mit vielen taktischen Möglichkeiten für beide Spieler entwickelt. Die Fans vor den heimischen Bildschirmen sehen starke Züge von Robert, wissen jedoch auch, wie schnell sich das Blatt in solch taktischen Stellungen wenden kann. Doch ausgerechnet als Robert bereits mit seiner knappen Restbedenkzeit zu kämpfen hat, gelingt ihm eine Vereinfachung der Partie zu seinen Gunsten. Kurz darauf ist die Zeitkontrolle geschafft, die Stellung für Robert vorteilhaft und der Optimismus der Fans wächst. Mit einem schönen taktischen Schlag fährt Robert schließlich den Sieg ein. Eine weitere Spitzenleistung!
Ebenfalls 3,5 Punkte hat Sophia Brunner (DWZ 1774) vom Hagener SV, die morgen gegen Robert zum Spitzenspiel antritt.
Daher heißt es morgen wieder: Den Wecker auf 8:00 Uhr stellen, die Partie live verfolgen und mitfiebern!

Tag 4

Im Spitzenspiel gegen Sophia Brunner erspielt sich Robert schnell einen beachtlichen Raumvorteil und positioniert seine Figuren gegen den gegnerischen König. Doch die Stellung seiner Gegnerin ist stabil und ein klares Durchkommen nicht zu erkennen. Im 35. Zug steht Robert dann vor einer schwierigen Entscheidung:

Soll er mit axb6 seinen Angriff fortführen, dafür aber auch den gegnerischen Läufern neue Perspektiven ermöglichen oder lieber mittels a6 ein sicheres Remis forcieren? Robert entscheidet sich für letzteres und einigt sich kurz darauf mit seiner Gegnerin auf Remis.
Mit nun bereits 4 Punkten liegt Robert nach über der Hälfte des Turniers weiter in der Spitzengruppe. Wer hätte das vor dem Turnier gedacht?!
Morgen steht eine harte Doppelrunde auf dem Programm und wir drücken die Daumen, dass Robert seine Platzierung behaupten kann.

Tag 5

Es ist 8:00 Uhr und die Schach-Drachen freuen sich auf die Live-Übertragung von Roberts Partie gegen Alexander Kanzow (DWZ 1648) vom KSV Göttingen. Jedoch gibt es technische Probleme bei der Live-Übertragung, sodass die Züge heute nicht übertragen werden. Dafür springt Charlotte kurzfristig ein und hält uns mit aktuellen Informationen auf dem Laufenden. In Roberts Partie entscheiden sich die Spieler für eine scharfe Eröffnungsvariante mit entgegengesetzten Rochaden und schieben ihre Bauern nach vorne. Roberts Gegner folgt lange einer vorbereiteten Variante und erspielt sich so einen Bedenkzeit-Vorteil und die etwas bessere Stellung. Nach einigen Angriffszügen beider Spieler öffnen sich schließlich die Linien gegen die Könige. Dabei entpuppt sich der Angriff seines Gegners als gefährlicher, sodass Robert schließlich aufgeben muss. Schade!
Ebenfalls schade ist, dass ausgerechnet heute eine Doppelrunde auf dem Programm steht. Während Robert somit nur wenig Zeit hat, die Niederlage aus der Vormittagsrunde zu verarbeiten, geht sein Gegner Jonathan Rudi (DWZ 1566) vom SK Nordhorn-Blanke mit dem Rückenwind eines Sieges in die Partie. Dies trägt sicherlich mit dazu bei, dass Robert sich auch in dieser Partie geschlagen geben muss. Mit 4 Punkten liegt er nun auf dem 7. Tabellenplatz. Weiter geht es morgen früh gegen Mike Niklas Scheidt (DWZ 1562) vom Hagener SV.

Inzwischen hat uns auch die Notation von Roberts Vormittagspartie erreicht – es war eine starke Partie von beiden Spielern:

Robert ist hier mit Schwarz am Zug und muss sich mit der Drohung fxg6 auseinandersetzen. Die Analyse zeigt, dass das schwer zu findende 32...Lc6 Schwarz die bessere Stellung beschert, da er 33.fxg6 mit 33...Lf3 beantworten kann. Robert entschied sich nachvollziehbarerweise dafür, seine Dame mittels 32...Dd8 aus der Schusslinie zu ziehen. Nach 33.f6+ Kh6 fand sein Gegner jedoch ein fantastisches Turmopfer:

34.Txh5+! gxh5 35.De3+ Kh7 36.Dg5 und Weiß gewinnt.

Tag 6

Nach den beiden Niederlagen am Vortag wartet heute mit der Schwarzpartie gegen Mike Niklas Scheidt (DWZ 1562) vom Hagener SV erneut eine schwere Aufgabe. Und zunächst sieht es leider nicht so aus, als hätte Robert wieder zu seiner Bestform zurückgefunden: Ein grober Fehler kurz nach der Eröffnung führt dazu, dass er seine Dame für lediglich eine Leichtfigur verliert. Immerhin stehen seine verbliebenen Figuren so gut gegen den gegnerischen König, dass zumindest noch etwas Hoffnung besteht. Sein Gegner sieht das ähnlich und gibt seine Dame zurück, um ein Endspiel mit einem Turm mehr zu erhalten, in dem er sich erst einmal keine Sorgen um seinen König machen muss. Jedoch hat Robert noch starke Bauern, die sich nun nach vorne bewegen und der Umwandlung immer näher kommen. Und tatsächlich muss sein Gegner schließlich einen seiner Türme geben, um die Bauernumwandlung zu verhindern. Die Partie ist wieder ausgeglichen und spannend, bis der gegnerische König sich zu weit nach vorne wagt und Robert ihn mattsetzt.
Ein hart erkämpfter und sicherlich auch glücklicher Sieg genau zum richtigen Zeitpunkt! Als Fünftplatzierter wartet morgen in der finalen Runde ein bekannter Gegner: Philip Reimer (DWZ 1551) vom SK Lehrte hat sich in dieser Saison bereits bei den Bezirkseinzelmeisterschaften und in der Jugendmannschaft tolle Duelle mit Robert geliefert. Bei den Bezirkseinzelmeisterschaften hatte Philip noch die Nase vorne und wurde Bezirksmeister. Gelingt Robert morgen die Revanche? Wir drücken ihm die Daumen!

Tag 7

Finale Runde der Landes-Jugend-Einzelmeisterschaften 2018! Gegen Philip Reimer steht erneut die Drachenvariante auf dem Brett, erneut ist es spannend – hier geht es zur Live-Übertragung. Stellung nach dem 21. Zug von Weiß:

Der weiße Angriff wirkt zielstrebiger, aber noch ist Roberts Stellung fest. Es bleibt spannend und es deutet sich eine weitere Zeitnotschlacht an. Nach und nach bringt auch Robert seinen Angriff ins Rollen und den weißen König in arge Bedrängnis. Stellung nach dem 35. Zug von Weiß:

Die Initiative liegt nun bei Robert und es liegen bereits Züge wie 35...Txa3 in der Luft. Beide Spieler befinden sich nun in akuter Zeitnot. Plötzlich schrecken die Zuschauer auf:

Der weiße Springer greift die halbe schwarze Streitmacht an! Ist das die Entscheidung? Nein! Robert findet den rettenden Zug 38...Db6 und aufgrund der Fesselung des Springers an die Dame kann der weiße Springer aus seiner guten Position keinen Nutzen ziehen. Nach 39.Sxe6+ Dxe6 40.Ld1 erobert Philip allerdings einen wichtigen Bauern und geht mit einer etwas vorteilhaften Stellung in den nächsten Partieabschnitt. Stellung nach dem 43. Zug von Schwarz:

Es folgt 44.Df6+. Sehr stark gespielt! Nach 44...Dxf6 45.gxf6+ verliert Schwarz aufgrund des Zuges Tf1 seinen Springer, wenn er den Bauern schlägt. Daher geschieht 45...Kf8 46.Tc1 und Robert muss extrem aufpassen nicht mattgesetzt zu werden. Dies gelingt ihm und während fast alle anderen Partien schon beendet sind, kämpfen Philip und Robert bis tief ins Turmendspiel. Stellung nach dem 55. Zug von Schwarz:

Robert droht h2 gefolgt von einem Turmschach und der Umwandlung seines Bauerns. Es folgt 56.Kd5 h2 (56...Kf7 wäre stärker gewesen) 57.Ke6. Plötzlich hat Schwarz kein Schach zur Verfügung und sieht sich der Mattdrohung Th8 konfrontiert. Daher 57...Kg8 58.f7+ Kg7.

Kann Schwarz den weißen Bauern noch aufhalten? Nein, leider nicht mehr. Mit dem Turmopfer 59.Tg6+ bringt Philip seinen Bauern ins Ziel und führt die Partie zum Sieg. Was für eine großartige Schachpartie, die eigentlich zwei Sieger verdient gehabt hätte!

Trotz der Niederlage erreicht Robert den 6. Platz und kann auf ein hervorragendes Turnier zurückblicken. Schließlich hat er direkt bei seiner ersten Landeseinzelmeisterschaft gezeigt, dass er mit den besten Niedersachsen seines Jahrgangs mithalten kann, hat das gesamte Turnier an den vorderen Brettern gespielt und über 50 DWZ-Punkte gewonnen. Außerdem zählt er zu dem jüngeren Jahrgang der U14 und kann somit im nächsten Jahr erneut in der U14 angreifen.

Hier geht es zur Abschlusstabelle.

Hier geht es zu Roberts Ergebnissen.

Schach-Drachen on Tour zum Kandidatenturnier

Bericht von Holger Ernst

9 Schach-Drachen machten sich am Sonntag auf den Weg nach Berlin, um die 7. Runde des Kandidatenturniers zu verfolgen. Julian hatte sich bereits früh morgens in einen Fernbus gesetzt, Christian stieg in Stendal zu und Kevin, Andreas, Robert, Charlotte und Holger begannen ihre Reise in Altwarmbüchen.

Nach und nach trafen alle am Treffpunkt ein und wir gingen los zur Bahnstation. Nur Charlotte ließ es sich nicht nehmen den Puls der Mitreisenden gleich mal höher zu treiben, denn sie kam ungefähr eine Minute, bevor die Bahn abfuhr, mit dem Auto angesaust, parkte und kam somit „just-in-time“. Puuh, nun konnte es weiter gehen Richtung Bahnhof. Dort trafen wir Joachim und Marius, versorgten uns noch kurz für die Zugfahrt und es ging los. Holger hatte Plätze mit Tisch reserviert und so wurden schnell die ersten Blitzpartien auf den mitgebrachten Brettern ausgetragen.

In Stendal stieg dann Christian zu und konnte uns bereits erste Eindrücke vom Turnier geben, da er schon die 6. Runde besucht hatte. In Berlin-Spandau stiegen wir aus, da Christian meinte, dass es von dort aus „leichter“ wäre, die restliche Strecke zum Veranstaltungsort zu absolvieren.

Wir fuhren weiter bis zum Kuhdamm und von dort ging es erst einmal zu Fuß weiter, um noch ein bisschen „Berliner Luft“ zu schnuppern. Robert war damit zwar nicht so ganz einverstanden, aber wir folgten Christian in der Hoffnung, dass er schon den kürzesten Weg finden würde. Der kühle Ostwind machte uns ein wenig zu schaffen, aber laut Christian war es ja nur noch „ein kleiner Fußmarsch“. Eine gefühlte halbe Stunde später kamen wir endlich am Kühlhaus in Berlin an…

Schnell ein paar Fotos gemacht und rein ins Vergnügen. Nachdem wir unsere Tickets gegen weiße Bändchen eingetauscht hatten, konnten wir nun endlich den Spielsaal betreten. Obwohl das Wort „Saal“ es nicht so ganz beschreibt. Vielmehr handelte es sich um eine Halle mit mehreren Emporen drum herum, so dass man von oben auf die Spielbretter schauen konnte.

Nur die Gäste mit den goldenen Bändchen konnten direkt ebenerdig auf die Bretter schauen, wir mussten in die 2. Etage hochgehen und von dort aus zuschauen. Das war aber völlig ausreichend, da diese Position einen guten Blick auf die Bretter erlaubte. Man konnte dort den Standort so wechseln, dass jedes der vier Bretter gut zu sehen war.

Oben trafen wir auch gleich ein paar alte Bekannte. Ob Michael S. Langer, den Vorsitzenden des NSV, oder auch Familie Schulze aus Lehrte – es nutzten außer uns noch mehr Schachbegeisterte aus der Region Hannover den Sonntag zu einem Ausflug zum Kandidatenturnier.

In der 4. Etage war der Raum für die Analyse, die auch live im Internet übertragen wurde, der Bereich für die Pressekonferenz und noch einige Stände vom Schachbund oder vom Veranstalter.

Hier hatte man jederzeit auch den Überblick über das Geschehen an den 4 Brettern mittels Monitoren.

Die Partien begannen und wir schauten uns die Eröffnungen der 8 Kontrahenten an. Grischuk und Mamedyarov spielten eine Kurzpartie, da sie schon nach 16 Zügen eine Zugwiederholung auf dem Brett hatten und die Partie somit Remis gegeben wurde. Die Partie zwischen Kramnik und Ding Liren lief zwar insgesamt über 74 Züge, verließ die Remisbreite allerdings nie. Spannung pur jedoch an den beiden anderen Brettern.

Aronian war mit 2,5/6 gegen Caruana schon unter Druck und musste mit den weißen Steinen heute attackieren. Noch größer war der Druck für Karjakin, der erst 2/6 vorweisen konnte und somit gegen Wesley So ebenfalls voll auf Sieg spielen musste.

Aronian spielte im Damengambit im 16. Zug „g4“ und es ging ein Raunen durch die 4. Etage. Die Maschine sprang von 0.00 auf -1.00 und alle fragten sich, was Aronian bezweckte. Zwei Züge später unterstützte er den g-bauern noch mit „f4“ und plante wohl einen Königsangriff. Im 20. Zug spielte er auch noch „h4“. Spätestens jetzt war klar, dass es Levon heute wissen wollte. Alle seine Figuren nahmen am Angriff teil und es sah wirklich vielversprechend aus. Caruanas a-Turm und sein weißfeldriger Läufer mussten erst noch aktiviert werden und so spielte Levon „alles oder nichts“. Die Stellung wurde immer komplizierter, diverse Fesselungen und Opfer und die dahin rinnende Zeit der beiden Kontrahenten führte wirklich zu einer überaus spannenden Partie.

Im 27. Zug stand Caruana schon auf Gewinn, allerdings fand er nicht den vorteilbringenden Zug und so stand es im 31. Zug wieder 0.00.

Dann griff Aronian fehl und überzog. In starker Zeitnot vertauschte er die Züge und Caruana wickelte in ein gewonnenes Endspiel ab. Eine wirklich klasse Partie fand ihr Ende und nun mussten wir uns sputen. Unser Zug nach Hannover fuhr zwar erst in einer Stunde, allerdings mussten wir den Weg zum Berliner Hauptbahnhof ja noch zurücklegen.

Kevin war sich sicher, dass wir maximal 20 Minuten brauchen würden, allerdings hatte sich sein „Google Maps“ noch nicht aktualisiert. Wir rannten dann doch lieber zur U-Bahn, um nicht den Zug zu verpassen. Am Potsdamer Platz angekommen mussten wir eigentlich nur noch schnell umsteigen, wie sich jedoch zeigen sollte, ist der Bahnhof dort etwas größer und weitläufiger, als wir dachten.

So rannten wir treppauf treppab durch die Stationen um dann endlich nach einigen Gesprächen mit Ortskundigen und –unkundigen zum richtigen Bahnsteig zu gelangen. Joachim erwies sich dabei als mehr als fit, seine tausende von Kilometern mit dem Fahrrad zeigten hier Ihre Wirkung.

Endlich kamen wir 20 Minuten zu früh am Hauptbahnhof an. Schnell noch einen Snack geholt und ab zum Bahnsteig. Da aber alle Snack-Stationen im Bahnhof mit mindestens fünf Meter langen Schlangen versehen waren, wurden meine Nerven abermals auf die Probe gestellt.

Doch 2 Minuten vor Abfahrt waren dann alle wieder versammelt und wir nahmen unsere Plätze für die Rückfahrt ein. Hier verfolgten wir die ebenfalls spannende Partie zwischen Karjakin und Wesley So zu Ende.

Sergey hatte die aktiveren Figuren in einem Turm/Springer-Endspiel mit jeweils noch 3 Bauern. Eigentlich total Remis, doch Wesley griff im 35. Zug daneben und übersah, dass sein König mit diesem Zug seinem Turm das letzte Fluchtfeld nahm. So musste er seinen Springer geben, um nicht den Turm zu verlieren und gab wenige Züge später auf. Es wurde noch viel erzählt auf der Fahrt, ein Gruppenfoto gemacht und sogar noch eine Runde „Uno“ gespielt.

Um kurz nach zehn waren wir schließlich wieder zurück in Altwarmbüchen und unsere Wege trennten sich wieder. Ein toller Tag mit vielen Ereignissen und Geschichten neigte sich dem Ende und ich vermute, dass alle nach den vielen Treppen und Zwischensprints des Tages schnell eingeschlafen sind.

Bis zum 28.03. ist noch Zeit den Kandidaten zuzuschauen – wir können es nur empfehlen !